Zurücklehnen und genießen, den grauen Alltag für zwei Stunden vergessen. Die Ohren der Zuhörer wurden verwöhnt beim "Sternstunden"-Benefizkonzert im Banzer Kaisersaal. Das Quartett "Double Feature and Friends" präsentierte ein von emotionaler Tiefe getragenes Jazzprogramm - und am Ende bewies dann auch das Publikum beim Spenden viel Herz.
Der Winter war kurzzeitig zurückgekehrt, es hatte zu schneien begonnen. Herbert Mengesdorf und Johanna Mengesdorf-Raida, die das "Sternstunden"-Konzert initiiert hatten, blickten eine Stunde vor Beginn noch skeptisch gen Himmel.
Doch ihre Befürchtungen, dass sich das ungemütliche Wetter auf die Besucherresonanz auswirken könnte, war unbegründet.
"Schön, dass Sie dennoch so zahlreich gekommen sind", begrüßte Michael Möslein, der Leiter des Bildungszentrums der Hanns-Seidel-Stiftung in Kloster Banz, schließlich immerhin knapp 100 Gäste im Kaisersaal.


Gemeinsame Auftritte

Und für diese hatte sich das Kommen gelohnt. Ruppert Aumüller, der auch mit gefühlvollem Gesang die Darbietung bereicherte, sowie Norbert Schramm überzeugten als leidenschaftliche Gitarristen. Sie sind so manchem Jazzliebhaber bekannt unter dem Attribut "Double Feature".
In Sachen Musikleidenschaft standen den beiden der Bamberger Keyboarder Günther Schmuck am Piano und Florian Kettler als Schlagzeuger in nichts nach. Schon seit einigen Jahren treten die vier Musiker immer wieder als Quartett unter dem Band-Namen "Double-Feature and Friends" auf.


Hommage an Amy Winehouse

Neben sanftem Bossa Nova - wie Schramms Eigenkomposition "Manhattan" - brachten die vier Vollblutmusiker auch Grooviges zu Gehör, beispielsweise "It's probably me" von Sting oder eine Hommage an Amy Winehouse mit einer Darbietung von "Valery".
"Ich hatte die Jungs bei der Sandkerwa gehört und war fasziniert", hatte Herbert Mengesdorf in seiner kurz gehaltenen Vorrede wissen lassen, als er den Musikern dafür dankte, dass sie für die gute Sache kostenlos auftreten.
Die Besucher teilten seine Begeisterung, wippten vergnügt mit den Füßen im Takt, spendeten immer wieder kräftig Zwischenbeifall.
Nach kräftigem Abschlussapplaus nahmen sich die Musiker noch die Zeit für eine Zugabe. Jazzmusik im ehrwürdigen Banzer Kaisersaal - dass dies keinesfalls einen Widerspruch darstellt, sondern ausgezeichnet harmonieren kann, bewies das Konzert eindrucksvoll und auf wunderschöne, melodische Art und Weise.


Publikum spendete gerne

Nach dieser tollen musikalischen Reise durch die Welt des Jazz ließen die Gäste dann auch ihr Herz sprechen. Zugunsten des Fördervereins "Sternstunden" kamen an Spenden 1000 Euro zusammen. Die beachtliche Summe fließt an die "Sternstunden"-Hilfsprojekte zugunsten benachteiligter Kinder.
Die Aktion "Sternstunden" unterstützt beispielsweise Jungen und Mädchen, die ansonsten ohne Frühstück in die Schule gehen müssten. Auch den Bau von Kinderhospizheimen unterstützt die Aktion mit Finanzmitteln.