"Dr. Gräfenbergs G-Punkt", das Geschäft im ehemaligen Bahnhofsgebäude, ist inzwischen weit bekannt. Die Familie Gundelfinger hatte vergangenes Jahr das Gebäude gekauft und über die Sommermonate hinweg einen Kiosk dort betrieben.
Nun will die Familie eine Toilette ins Gebäude einbauen und würde diese gern öffentlich zugänglich machen. Allerdings nur dann, wenn die Stadt Gräfenberg dies auch finanziell unterstützt. Einen Vertrag, der die hälftige Kostenübernahme der Stadt für Bau und Betrieb zum Inhalt hat, schlug in diesem Zusammenhang Stadtrat Matthias Striebich (Grüne) vor.
Großzügig gerechnet würde der Bau der Toilette laut Aussage der Familie rund 15 000 Euro kosten. Auch Gäste des Lokals könnten die Toilette nutzen. Tagsüber ohne, nachts aber mit vorherigem Geldeinwurf, lautet der Vorschlag Hans Webers (FW). Dem widersprach Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla. Er selbst denkt an eine Gebühr von 50 Cent. Dass "Blödsinn" gemacht werde, wenn man eine öffentliche Toilette kostenlos aufsuchen könne, zeigten die Erfahrungen mit der öffentlichen Toilette im Bürgerhaus.


Gräfenberg ist nicht München

Abgesehen davon, dass Gräfenberg nicht mit Großstädten wie München und Nürnberg vergleichbar sei und deshalb nicht unbedingt eine rund um die Uhr geöffnete Toilette brauche, wollte Heiko Kracker (GBL) eine Überprüfung, ob städtebauliche Fördermittel gewährt werden könnten; zumal die Toilette behindertengerecht sein wird. Allerdings würde ein richtig geförderter behindertengerechter Bau der Toilette mehr Auflagen haben, beispielsweise hinsichtlich der Spülung. "Auch eine Betreibervereinbarung gehört geschlossen", forderte Kracker.
Dort sollte die Übernahme von Reinigung und möglicher Schadensregulierung geklärt werden. Grundsätzlich begrüßt aber auch Kracker eine öffentliche Toilette am Bahnhofsgelände. "Die Hälfte der Investitions- und Betriebskosten würde die Stadt übernehmen", sagte Bürgermeister Nekolla. Das beinhalte auch die Übernahme möglicher Schäden.


Alternativer Vorschlag

Zweite Bürgermeisterin Sylvia Hofmann (FW) brachte einen anderen Vorschlag in die Diskussion ein: Die Familie soll die Toilette zunächst bauen und die Stadt sie anschließend mieten.
Da es sich um eine freiwillige Aufgabe der Stadt handle, will Werner Wolf (FW) zunächst abklären lassen, ob diese Lösung die Strukturhilfe berühren würde. Der Stadtrat wird sich mit dem Thema nochmals befassen.