von unserem Mitarbeiter Gerold Snater

Königsberg/Dörflis — Dieter Grimm heißt der neue evangelische Pfarrer von Dörflis und Köslau. Er ist 58 Jahre alt, kommt aus Geroldsgrün im Frankenwald und ist schon in der Welt herumgekommen. Denn nach Stationen in Bernstein, Heroldingen, Appetshofen (Ries) und Weißenstadt im Fichtelgebirge war er auch in China ganz oben an der Grenze zu Nordkorea, um dort das "Zeugnis von Jesus" an Christen weiterzugeben, die dieses oft nur unter großen Schwierigkeiten empfangen können.

Vakanz kommt gar nicht zustande

Dass er nun in Dörflis und Köslau Station gemacht hat, wo "die Leute sehr nett sind, aber keiner hin will", wie sich Regionalbischöfin Dorothea Greiner" im Blick auf die Pfarrstelle einmal ausdrückte, freut die Kirchengemeinden Dörflis und Köslau sehr, zumal die Vakanz nach dem Wechsel von Pfarrer Peter Hohlweg nach Königsberg nun bei weitem nicht so lange dauerte wie befürchtet. Zumal Pfarrer Grimm das Angebot für drei Stellen vorlag - eine davon sogar in der Nähe seines Bekanntenkreises. Er aber entschied sich für Dörflis und Köslau.
Natürlich hat sich Pfarrer Dieter Grimm, wie er zu erkennen gab, in den "Heiligen Ländern" in Dörflis und Köslau vor seiner endgültigen Entscheidung zuvor umgeschaut und sofort Gefallen an seiner neuen Wirkungsstätte gefunden.
Seit 1. Juni ist Dieter Grimm offizieller Geistlicher für die Pfarrei Dörflis und Köslau. Eingeführt wurde er offiziell am Sonntag in der Burkardkirche in Dörflis durch Dekan Jürgen Blechschmidt (Rügheim) im Beisein etlicher Amtskollegen und für die katholische Kirche Pfarrer Martin Wissel aus Kirchlauter.

Ein Festtag für die Christen

Viele evangelische Christen aus beiden Gemeinden und darüber hinaus wohnten der Zeremonie bei, in die Pfarrer Peter Hohlweg einführte. Dabei drückte er auf der einen Seite seine Freude darüber aus, dass die Pfarrstelle so schnell wieder neu besetzt wurde.
Auf der anderen Seite bedauerte er es, dass er nun seine Dörfliser und Köslauer, die "ihm ans Herz gewachsen sind", verlassen müsse. Dahingehend konnte ihn aber Dekan Blechschmidt später beruhigen. Da Pfarrer Grimm in diesen Gemeinden nur eine halbe Pfarrstelle inne habe, werde Hohlweg doch das eine oder andere Mal wieder an seiner alten Wirkungsstätte tätig werden.

Jakob und Esau

Nachdem Pfarrer Hans Körner die Ernennungsurkunde verlesen hatte, begrüßte Dekan Blechschmidt Dieter Grimm, den neuen Pfarrer für Dörflis und Köslau und segnete ihn ein.
Durch die Predigt des neuen Geistlichen zog sich als grüner Faden die Geschichte von Jakob und Esau, in die er Persönliches verwob. So erfuhren die Zuhörer, dass er, genau wie Jakob und Esau, die Zwillinge waren, einen Zwillingsbruder hat, der ihm, vor allem in der Jugend, wie sich Grimm ausdrückte, in vielen Bereichen sehr "identisch" war. Natürlich sei sein Bruder ebenfalls Pfarrer geworden. Grimm meinte, dass er auch als Pfarrer voll auf Gottes Hilfe angewiesen sei. Zum Ende hob er hervor, dass man seinen Segen von Gott nicht einfach abholen kann, sondern Gott Kontakt mit den Menschen haben will.

Gott freut sich über jeden

"Die Masse ist bei Gott nicht entscheidend. Es sieht jeden einzelnen und freut sich über jeden Menschen. Jesus selbst hat gesagt: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen!" Grimm endete mit dem Lied "Hab Dank von Herzen..", bei dem er sich selbst auf der Gitarre begleitete und in das die Gemeinde mit einstimmte.

Grußworte im Feuerwehrhaus

Nach dem Auszug aus dem Gotteshaus wurden im Feuerwehrhaus Grußworte gesprochen. Diese nutzten Stellvertretender Landrat Oskar Ebert, der katholische Geistliche Martin Wissel aus Kirchlauter im Zeichen der Ökumene, Pfarrer Martin Kröner aus Rentweinsdorf für die Amtskollegen, der befreundete Pfarrer Herbert Lang aus Schöneck im Vogtland mit einem Lied sowie die Kirchenvorstände von Dörflis und Köslau. Sie hatten nicht nur für ihren neuen Pfarrer einen Geschenkkorb mit heimischen Spezialitäten parat, sondern auch für ihren scheidenden Pfarrer Hohlweg.