Eine über 15-jährige Tradition hat die Konzertandacht "Zeitensprünge", die die Evangelische Dekanatsjugend und das Erzbischöfliche Jugendamt Lichtenfels mit dem Bund der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) jeweils zum Jahresbeginn veranstalten.
Das Konzert in der Pfarrkirche Heilige Familie, das unter dem Motto "Geh' mit uns" stand, gestalteten die katholische Singgruppe Altenbanz und der Chor mit Band "Misstikalls" der evangelischen Jugend. Zwischen den Gesangsstücken wurden Wortbeiträge und Gebete unter anderem von der BDKJ-Bildungsreferentin Jutta Laube, dem Dekanatsjugendreferenten Reiner Babucke und dem Dekanatsjugendseelsorger, Pfarrer Georg Birkel, vorgetragen.


Emmaus-Gleichnis

Das Motto "Geh mit uns" bezog sich auf den im Lukasevangelium geschilderten Emmausgang. Demnach machten sich nach dem Kreuzestod von Jesus zwei seiner Jünger in niedergeschlagener Stimmung auf den Weg von Jerusalem nach Emmaus. Mit Jesu Tod sahen sie alle ihre Hoffnungen schwinden. Alles, was ihnen wichtig war, wofür sie sich intensiv eingesetzt hatten, worauf sie ihr Leben aufgebaut hatten, schien mit einem Schlag vorbei zu sein. Sie hatten keine Lebensperspektive mehr. Erst ein unbekannter Begleiter, der sich zu ihnen gesellte und dem sie ihr Leid erzählten, machte ihnen wieder Mut. Erst beim Abendmahl erkannten sie in dem vermeintlichen Fremden den auferstandenen Jesus wieder, als dieser das Brot brach. Diese Geschichte will uns verdeutlichen, dass es wichtig ist, einen Menschen zu haben, der ein Stück des Lebensweges mit einem geht, dass es wichtig ist, wenn man einen Menschen an der Seite hat, mit dem man nicht nur glückliche Tage erleben kann, sondern der einem auch im Unglück beisteht. Sie will uns aber auch aufzeigen, dass Jesus die Menschen auf ihrem Weg begleitet, wenn sie ihm Gelegenheit dazu geben. All das, was das Lukas-Evangelium uns sagen will, versinnbildlichten die beiden Chöre in dem ersten gemeinsam gesungenen Lied "Geh mit uns auf unserm Weg".


Tiefes Gottvertrauen

Die Singgruppe Altenbanz drückte mit drei Liedern ein tiefes Gottvertrauen aus, wenn sie sangen: "Du bist vertraut mit all meinen Wegen, du bist da und schenkst uns Lebensglück. Herr, wohin sonst sollten wir gehen?" Auch die "Misstikalls" brachten mit ihren Liedern zum Ausdruck, dass Gott immer für einen da ist, auch wenn man Zweifel hat oder wenn man einmal vom rechten Weg abgekommen ist. Das Lukas-Evangelium will aber auch darauf aufmerksam machen, dass man bei einem Aufbruch vieles Liebgewordene zwar hinter sich lassen muss, aber auch zu neuen Ufern aufbrechen und vieles erreichen kann, vor allem, wenn man es gemeinsam in Angriff nimmt.
Sehr schön drückten dies die Sänger und Sängerinnen der Singgruppe Altenbanz aus: "Gemeinsam Neues wagen, gemeinsam Wege gehen, wenn wir auf Gott vertrauen, können wir mit ihm Brücken bauen". Auf Gott vertrauten auch die "Misstikalls", wenn sie überzeugt in englischer Sprache sangen, dass Gott einen Weg finden wird, auch wenn man selbst keinen Ausweg sieht.
Schließlich vereinten sich alle zusammen zu einem großen Chor und drückten ihren gemeinsamen Wunsch in dem wunderschönen Lied aus: "Wo Menschen sich vergessen, die Wege verlassen, wo Menschen sich verschenken, die Liebe bedenken, wo Menschen sich verbünden, den Hass überwinden und neu beginnen, da berühren sich Himmel und Erde, dass Friede werde unter uns".
Während bei den Zugaben die "Misstikalls" Jesus als ihr Lebensziel ausgaben, bat die Singgruppe Altenbanz um den Segen für einen neuen Lebensweg. Zum Schluss zündeten alle Besucher Kerzen an und alle sangen entsprechend dem Motto der Konzertandacht "Gemeinsam den Aufbruch wagen".
Die beiden sehr gut eingestimmten Chöre einschließlich der Instrumentalisten boten mit einer optimal auf das Thema abgestimmten Liedauswahl eine hervorragende Leistung ebenso wie die Sprecher der Wortbeiträge, so dass die Zuhörer die Interpreten mit reichlich Beifall verabschiedeten.