Einen Spieltag der Fußballer vorherzusagen ist schwierig - das weiß jeder, der sich im guten alten Fußball-Toto versucht oder bei einem der Wettanbieter im Internet. Was in einer Saison so passieren könnte, ist noch viel schwieriger vorherzuahnen. Wie könnte der Fußball im Jahr 2030 aussehen? Da hilft nur ein bisschen raten, spekulieren, fabulieren. Das hat unser Mitarbeiter Ralf Naumann getan - und es dabei an Humor ebenso wenig fehlen lassen wie an manchem ernsten oder kritischen Gedanken - Satire eben.



Die meisten der Sportplätze sind nach dem verheerenden Jahrtausend-Hochwasser und der anschließenden Hitzewelle mittlerweile wieder bespielbar. Vielen Vereinen stehen inzwischen auch die vom Bayerischen Fußballverband (BFV) nach den zunehmenden Wetterkapriolen bereits vor fünf Jahren zugesagten überdachten Kunstrasenplätze zur Verfügung. Wetterbedingte Absagen gehören damit erstmals der Vergangenheit an. Die Spielzeit 2030/31 kann losgehen.


Serienmeister gibt Ton an

Eines ist gewiss: Sie verspricht in den vier der sechs im Fußball-Kreis Schweinfurt beziehungsweis dem Landkreis Haßberge noch vorhandenen Ligen wieder Spannung pur. Einzig in der Kreisliga dürfte sich der Seriensieger der vergangenen Jahre, die Spielgemeinschaft "Rund um die Kreisstadt" mit Wülflingen, Ober- und Unterhohenried, Prappach, Sylbach, Augsfeld, TVFC Haßfurt, Römers-hofen, erneut keine Blöße geben und für eine eher langweilige Saison sorgen. Die Mannschaft des Trainerduos Martin Müller und Erwin Albert, die den von einer großen Molkerei gesponserten und deshalb finanziell konkurrenzlosen Spielgemeinschafts-Vorzeige-Club bekanntlich seit seiner Gründung vor zehn Jahren trainieren und managen, hat in der Fünfergruppe keine wirkliche Konkurrenz.


Konzept "Rapid 2030" greift

Einzig dem SV Ebelsbach werden Chancen eingerechnet. Immerhin haben sich die "Rapidler", die nach ihrem grandiosen Kreisligaaufstieg in der Saison 2015/2016 sowie dem anschließenden Durchmarsch in die Regionalliga nach einem Elfmeterkrimi im entscheidenden Relegationsspiel gegen Schweinfurt 05 um den Klassenerhalt den Kürzeren zogen und vor drei Jahren wieder in der D-Klasse starten mussten, wieder gefangen. Die Initiative "Rapid 2030" hat sich bezahlt gemacht.
Der Ebelsbacher Gerald Makowski, ehemaliger Spielgruppenleiter und seit 2025 als Präsident an der Spitze BFV, verfolgt natürlich noch die Bemühungen seines ehemaligen Vereins. "Wenn einer die SG ,Rund um die Kreisstadt' stoppen kann, dann der SV Rapid", lässt er aus der Landeshauptstadt München mitteilen. Immerhin: Die Mannschaft des ehemaligen Bundesligatrainers Stefan Seufert, der vor fünf Jahren mit den "Roten Bullen" aus Leipzig die "Champions"-League gewann, als Bayern bereits nach der Vorrunde nach einer Niederlage gegen Tom Tomsk (Russland) die Segel streichen musste, hatten nach der Dreifachrunde im Vorjahr letztlich nur zehn Punkte Rückstand - so wenig wie noch nie zuvor.
Dank der 31 Neuverpflichtungen (demgegenüber stehen nur zwei Abgänge) kann der Verein weiterhin vier Mannschaften (Kreisliga, Kreisklasse, C- und D-Klasse) ins Rennen schicken und hat deshalb viele Alternativen. Trainer Peter Große kann sich glücklich schätzen.
Die restlichen drei Starter, zum einen die Spielgemeinschaft "Unser sportlicher Steigerwald" (Fatschenbrunn, Kirchaich, Fürnbach, Dankenfeld, Oberschleichach, Unterschleichach, Fabrikschleichach, Trossenfurt), die Spielgemeinschaft "Knetzgau und Umgebung" (TSFC Knetzgau, Westheim, Oberschwappach, Unterschwappach, Zell, Hainert) sowie der mittlerweile auf mehr als 1000 Mitglieder angewachsene "SV Althütten 2022" (ehemals SV Neuschleichach) werden, wie in den Vorjahren, da sind sich die Experten sicher, wieder die Plätze 3 bis 5 unter sich ausmachen.


Stets 2000 Zuschauer

Auch in der Kreisklasse mit ihren acht Teilnehmern könnte die Saison bereits am Heiligen Abend entschieden werden. Wenn sich zum traditionellen "Weihnachtsspiel" der wiedererstarkte TV Königsberg sowie der SC Stettfeld gegenüberstehen, sehen die wieder zahlreich erwarteten Zuschauer (in den Vorjahren kamen zu der als "Glühwein-Gipfel" bezeichneten Partie in der geschlossenen "Korbmacher-Arena" in Sand stets über 2000 Zuschauer) wohl den kommenden Meister. Der TSV Limbach, der FC Ziegelanger, die SG Eltmann, der SV Ebelsbach II, die SpVgg Roßstadt und die TSG Hummelmarter haben, da ist sich der aufgrund seiner haarscharfen Fernsehanalysen bekannte ZDF-Fußballexperte Jürgen Linke (war einst lange beim FSV Krum, in Maßbach, beim VfB Humprechtshausen oder beim FC Sand und FC Schweinfurt 05 im Einsatz) sicher, mit dem Ausgang der Meisterschaft und somit dem Aufstieg nichts zu tun. Der 63-Jährige, der vor allem bei seinen Einsätzen als Stadionsprecher des damaligen Bayernligisten FSV "Viktoria" Krum für Furore sorgte und im Internet bei BFV.de entdeckt wurde, verfolgt trotz seiner steilen Karriere das Fußballgeschehen im Landkreis weiter.


Die D-Klasse ist eingeführt

Völlig offen scheinen dagegen die Rennen in A-, B-, C- und der neu gegründeten D-Klasse zu sein, die Schiedsrichterobmann Josef Raab (79) als "völlig überflüssig" bezeichnete. Der Knetzgauer, der trotz intensiver Bemühungen immer noch keinen Nachfolger für sich gefunden hat und dessen "Vertrag" noch bis 2033 läuft (da feiert die Schiedsrichtergruppe ihr 110-jähriges Bestehen und Raab steht dann seit 44 an Jahren der Spitze) befürchtet, dass auch in der Saison, die diesmal aufgrund der immer mehr sinkenden Teilnehmerzahlen nach der einwöchigen Winterpause von Weihnachten bis Silvester bereits am Faschingssonntag, dem 23. Februar 2031, beendet wird, wieder einige Vereine vorzeitig das Handtuch werfen. "Warum brauchen wir dann jetzt auch noch eine aufstiegsberechtigte D-Klasse? Ich habe wirklich gedacht, dass nach der Einführung der B-Klassen vor 22 Jahren und der C-Klassen 15 Jahre später das Thema endlich beendet ist."
Sollte sich diese schmerzhafte Entwicklung von Aussteigern, meist aus personellen Gründen, der letzten Jahre tatsächlich fortsetzen, würde dies zugleich das Aus für viele der mittlerweile 500 aktiven Unparteiischen im Kreis Haßberge bedeuten, die nach dem erfolgreichen Aufruf 2025 für ein Ende der jahrelangen Flaute im Schiedsrichterwesen verantwortlich waren. Dabei war Josef Raab damals "überglücklich", dass wirklich alle Partien, egal ob Freundschafts-, Pokal- oder andere Pflichtspiele, mit einem vom BFV vorgeschriebenen Schiedsrichter-Quintett inklusive der vier Torrichter besetzt werden konnten.
Keinerlei Probleme gibt es dagegen bei den Halb-Profis des FC Sand, die sich vor wenigen Monaten zum 15. Mal seit dem Aufstieg 2014/2015 dank einer grandiosen Vorrunde den Klassenerhalt in der "Frankenliga" (einst Bayernliga Nord) sicherten.


"Rauf oder runter"

Vorsitzender Erich Barfuß, seit dem Rückzug von Egbert Mahr 2027 an der Spitze, verlangt diesmal von der Mannschaft um die ehemaligen Bundesligaprofis Leroy Sane und Joshua Kimmich aber mehr: "Wir waren jetzt lange genug in dieser Liga. Entweder es geht rauf oder runter. Unsere treuen Zuschauer, vor allem die Fans aus der Nordost/Südwest-Kurve, wollen einmal andere Gegner in unserer Arena sehen", so der 76-jährige. Für Cheftrainer Dieter Schlereth, der nach seinem "Sabbat"-Jahr 2016/2017 seit nunmehr 13 Jahren die sportliche Hauptverantwortung in Sand trägt, jedenfalls eine heikle Aufgabe.
Schließlich dürfen sich die Fußballfans in der Region wieder auf packende Duelle zwischen Dampfach und Krum freuen, die beide dank zweier unbegrenzter "Wildcards" auch in den nächsten fünf Jahren in der Landesliga "Haßgau" an den Start gehen dürfen.


Neuer Modus für Zweierliga

Neu ist nur der Modus der Zweierliga: Nachdem sich die beiden einzigen Vertreter in den Vorjahren immer abwechselnd gegenüberstanden, werden nun die zehn Partien der Hinrunde komplett im Sali-Stadion ausgetragen. Die restlichen zehn Spiele der zweiten Saisonhälfte finden dann auf dem Sportgelände am Dr.-Anton-Kehl-Platz statt. Die beiden Alterspräsidenten beider Vereine, Bernd Riedelmeier (Dampfach) und Marco Schorr (Krum), zeigten sich mit dieser Lösung des Eltmanner Landkreisspielgruppenleiters Günther Preissner einverstanden und gaben ihr Okay.