von unserem Mitarbeiter Harald Rieger

Bamberg — Ganz gleich, an welchem Lauf die Sportler des Weltkulturerbelaufes (WKEL) teilgenommen hatten und ganz gleich, welchen Alters sie waren - die Begeisterung und Glücksgefühle am Ende des Rennes waren bei allen groß. Manch einer der Läufer ließ seinen Emotionen freien Lauf und brüllte wie Tarzan beim Zieleinlauf. Andere, meist Paare, fassten sich auf den letzten Schritten an den Händen und passierten gemeinsam die Ziellinie.
Die Jüngeren, die bei den Bambini- und Schülerläufen an den Start gingen, waren nicht minder begeistert. Selbst kämpferisch standen sie den Großen in nichts nach. Und wie schnell auch sie unterwegs waren, davon konnte sich unser FT-Fotograf Ronald Rinklef überzeugen. "Ich hatte meinen Sohn beim Fuchslauf zum Start an die Weide gebracht, und ehe ich am Maxplatz am Ziel eintraf, waren die ersten der Erst- und Zweitklässler schon kurz vor mir eingelaufen und hatten die 1,6 Kilometer absolviert", berichtet er.

Training geht vor Talent

Etwas weniger schnell war heuer Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) auf den 4,4 Kilometern unterwegs. "Der Zahn der Zeit scheint auch an mir zu nagen", scherzte er nach dem Rennen. Den eigentlichen Grund, dass er rund 34 Minuten für den Wieland-Lauf brauchte, begründete er in seiner mangelnden Vorbereitung. Er habe wohl zu viel auf sein Talent gesetzt. In zwei Jahren werde er wieder vorher regelmäßig trainieren gehen. "Nichtsdestotrotz habe ich auch dieses Jahr den Lauf wieder sehr genossen. Vor allem die Stimmung und die Anfeuerung der Zuschauer sind einfach einmalig", resümierte Starke.
Dekan Hans-Martin Lechner von der evangelischen Kirchengemeinde hat zum ersten Mal am WKEL teilgenommen. Auch er war am Ende begeistert. "Ich hatte ja schlimmste Befürchtungen, dass ich vielleicht gar nicht bis zum Ziel durchhalte werde, aber die Zuschauer haben mich immer wieder angespornt. Daher bin ich dann auch gut im Ziel angekommen", berichtete er. Wobei sein Ergebnis sich sogar sehen lassen konnte. Immerhin legte er die 4,4 Kilometer unter 30 Minuten zurück.
Gut abgeschnitten hat auch CSU-Stadtrat und Begründer des WKEL Helmut Müller. Lediglich zwei Stunden und 13 Minuten brauchte er für den Halbmarathon. "Ich war froh, überhaupt dabei sein zu können, da mich bis vor wenigen Tagen noch eine Sehnenentzündung plagte. Daher bin ich auch nicht volles Tempo gelaufen", sagte er. Umso mehr hatte er dieses Mal Zeit, die Strecke und die Zuschauer zu genießen. Am Ende war er immerhin Zweitbester seiner Altersgruppe.

Häftling kommt auch noch ans Ziel

Ein positives Fazit zog auch die Polizei. "Für uns war es ein sehr ruhiger Einsatz. Wir mussten nur einen Verparker "befreien" und die Kollegen unterstützen, die in die Justizvollzugsanstalt einen Häftling einliefern wollten, aber nur Straßensperrungen vorfanden", berichtete Klaus Linsner, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Bamberg-Stadt. Auch ein Verkehrschaos sei ausgeblieben.