Menschen mit Behinderung, ob eingeschränkt in ihrer Bewegung oder in ihren Sinnen und Wahrnehmungen, verdienen die gleichen Chancen und Möglichkeiten wie alle anderen Bürger des Landkreises.


Inklusion in der VHS

Die Volkshochschulen (VHS) in Bamberg und im Landkreis haben die Notwendigkeit einer besseren Integration all dieser Menschen erkannt und tragen zur Überwindung des Problems bei.
Inklusion im Unterricht, das bedeutet, dass die angebotenen Kurse inklusiv sind, sich also Menschen mit und ohne Behinderungen in denselben Klassen begegnen. Die VHS bietet ihre Kurse seit einem Jahr in dieser Form an - sofern ein Mensch mit Behinderung am Kurs teilnehmen möchte, wird ihm das ermöglicht.


Barrieren überwinden

Damit diese Integration im Unterricht erreicht werden kann, ist es nötig, die bestehenden Barrieren zu überwinden. Vertreter der VHS, der Lebenshilfe Bamberg, der Behindertenverbände und Kursleiter haben sich am Donnerstag im Landratsamt Bamberg getroffen, um über diese Barrieren zu diskutieren und die Fortschritte der Aktion bekannt zu machen.
Joachim Schön von der VHS Land betont, dass zuallererst "die Barrieren im Kopf abgebaut werden müssen". Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Integration der Menschen mit Behinderungen die Qualität des Unterrichts an den VHS nicht beeinträchtigt hat.
Im Gegenteil - manche Kursleiter berichten, dass die Kurse durch die Miteinbeziehung aller Personen sogar interaktiver und erfolgreicher verliefen. Sorgen, dass der eigene Fortschritt im Kurs leidet, brauchen sich Teilnehmer daher nicht machen. Miteinander und voneinander lernen ist die Devise.


Kooperation mit der Lebenshilfe

Neben dem barrierefreien Zugang im physischen und psychischen Sinn werden für die erfolgreiche Inklusion auch eine ausgewogene Teilhabe am Unterricht und individuelle Assistenten für die Teilnehmer mit Behinderung benötigt, so die Organisatoren.
Um all das umzusetzen, steht die VHS Bamberg in engem Austausch mit der Lebenshilfe Bamberg. Auf diese Art und Weise kann auf die Wünsche und Bedürfnisse der Teilnehmer mit Behinderung besser eingegangen werden. Außerdem kann sich die VHS bei Fragen auch an die Lebenshilfe wenden.


Vorbild Bamberg

Darüber hinaus konnten so auch Partner wie die Aktion Mensch gewonnen werden, die die individuellen Assistenten für die Kursteilnehmer von der Lebenshilfe die nächsten drei Jahre lang vergütet. Später, so hoffen die Organisatoren, sollen Landkreis und Bezirk diese Kosten übernehmen.
Das Programm der VHS Bamberg hat es so auch zu einer bundesweiten Vorreiterrolle geschafft. Als Schlüssel für den bisherigen Erfolg nennen alle Beteiligten diese enge Zusammenarbeit, die so nirgendwo anders stattfindet.


Positive Rückmeldungen

Bereits 40 Menschen mit Behinderung haben in den vergangenen zwei Semestern das Kursangebot der Volkshochschule Bamberg genutzt. Mit immer besserer Ausstattung und neuen Initiativen, so zum Beispiel einem behindertengerecht gestalteten Internetauftritt, soll noch weiteren Menschen mit Behinderung der ihnen zustehende Zugang zu Bildung ermöglicht werden.
Die Vertreter der Institutionen und Verbände gaben sich am Donnerstag zufrieden mit dem Fortschritt der Aktion, aber sehen noch viele weitere Möglichkeiten zur Verbesserung.