von unserem Mitarbeiter Albin Schorn

Haßfurt — Ein einmaliger Glücksfall oder ein Schritt zu einer offenen Kirche? Kirche ist weit offen für die Sorgen und Ängste der Menschen. Kirchen wollen Orte sein, an denen Menschen Geborgenheit und Mut erfahren. Das jedenfalls erkannten viele Besucher bei der Nacht der Kirchen in Haßfurt. Es lohnt, noch einmal einen Blick auf die Reaktionen zu werfen.
Schauspiel, A-capella-Musik, Ausstellung im Kupsch-Keller zu der geplanten erlebnisorientierten Schau 2015 über Jesus, Jugendkirche in der Tiefgarage, das waren die Aktionen.
Dazu fanden Sherry Zipperer und Janina Pöschl aus Haßfurt sowie Hannah Schumann aus Zeil: "Super Idee! Wer hätte gedacht, dass eine Tiefgarage so gemütlich sein kann. Mit Teppichen, Palettensofas und Liegestühlen blieb man gerne zum Chillen. Aber auch die Action kam nicht zu kurz. Durch blinde Bobbycar-Fahrten, Rauschbrillenparcours sowie Fühlstationen, Kniffelspiele, Legobauten und eine Malwand war für jeden etwas dabei. Die Leute wurden von den Bands ,Lost in the Moment' und ,Nexus 42‘ gut unterhalten. Aber auch die Impulse regten zum Nachdenken an, so wurden die Themen zwischen Baustelle und Strand mit verschiedenen Liedern, Anspielen, Diashows und starken Texten super aufgegriffen. Ebenso wurde durch die Deko ein echtes Baustellenfeeling mit Baustellenschildern, Pylonen, Warnbarken, Bauhelmen und Warnwesten erzeugt. Egal zu welcher Zeit, man konnte immer sofort ins Programm einsteigen. Fazit: Wiederholungsbedarf besteht."
Pastor Viktor Dürksen, Pfarrer Urs Espeel, Studiendirektor Bernd Edrich und Oberkirchenrat i. R. Gotthart Preiser als Moderator sprachen in der Christuskirche. Ein Resümee der Talkshow zog Edrich: "Interessanterweise wurden Themen wie Wiederverheiratung Geschiedener und Euthanasie nicht angefragt. Das weite Feld der Sexualmoral wurde auf den Aspekt der Homosexualität eingegrenzt ... Ökumene vor Ort wurde durchaus mit vorsichtigem Optimismus bewertet. Man vermisst allerdings den großen Wurf ... Seelsorgliche Praxis vor Ort ist nicht so einfach zu definieren. Entscheidend, dass es keine absolut festen Antworten auf die Lebenswirklichkeit des Menschen gibt. Kirche muss offen sein ... Die Stellung der Frau hat sowohl im AT als auch im NT ein massives Fundament, das leider durch jahrhundertelange patriarchalische Strukturen teilweise verschüttet worden ist ... Als Resümee kann und muss man ziehen, dass Kirchen als gelebte Glaubensgemeinschaften vorsichtig mit scheinbar ewig gültigen Antworten sein müssen", so Edrich.
In einer spirituellen Führung durch die Ritterkapelle lenkte Pfarrer Stephan Eschenbacher auf die häusliche Gewalt gegen Frauen. Sein Schluss hieß: "Gott ist bei den Ohnmächtigen."