von unserem Mitarbeiter Stephan Stöckel

Weismain — Das schnelle Internet per Glasfaserkabel, das für Übertragungsraten von 30 bis 50 Megabit in der Sekunde sorgt, hält Einzug in Weismain. Aber nicht überall. In einigen Ortsteilen müssen sich die Bürger mit indirekt verbesserten Kabelverzweigern zufrieden geben, die das Tempo auf der Datenautobahn auf Geschwindigkeiten zwischen drei und 16 Megabit in der Sekunde drosseln. "Gerecht wäre es, wenn alle Ortsteile Glasfaser erhielten. Das würde ihre Kosten aber immens verteuern", stellte Diplom-Ingenieur Siegbert Reuther von der Firma Reuther Netconsulting mit Sitz in Bad Staffelstein bei der Stadtratssitzung am Montagabend fest.

Kosten: 1,7 Millionen Euro

Vollzogen wird das Vorhaben in drei Schritten: den interkommunalen Projekten eins und zwei sowie dem individuellen Projekt. Die prognostizierte Deckungslücke für alle drei Vorhaben bezifferte der Experte auf 1,7 Millionen Euro. Der staatliche Zuschuss beläuft sich den Ausführungen Reuthers zufolge auf 500 000 Euro je Kommune. Dieser könne, so Reuther, auf bis zu einer Million Euro erhöht werden. Das interkommunale Projekt eins, das gemeinsam mit den Nachbarkommunen Wonsees und Thurnau (beide Landkreis Kulmbach) sowie Stadelhofen (Landkreis Bamberg) durchgeführt wird, läuft bereits.
Die Weismainer Ortsteile Buckendorf, Fesselsdorf und Weiden sollen bis 2015 an das Glasfasernetz angeschlossen werden.
Beim interkommunalen Projekt zwei hat sich die Stadt Weismain mit den beiden Gemeinden Stadelhofen und Wattendorf (beide Landkreis Bamberg) zusammengetan. Im Zuge des Baues der Gemeindeverbundungsstraße zwischen den Orten Mährenhüll (Gemeinde Wattendorf) und Großziegenfeld (Stadt Weismain) war bereits präventiv ein Kabelleerrohr für den Breitbandausbau mit Glasfaserkabel verlegt worden. Der Stadtrat gab grünes Licht für das Vorhaben.
Einstimmig beschlossen wurde auch das individuelle Projekt, das die Stadt Weismain und die Ortsteile Giechkröttendorf, Lochhaus, Kordigast, Oberloch, Berghaus, Bernreuth, Geutenreuth, Kaspauer, Altendorf, Siedamsdorf, Erlach, Frankenberg, Schammenberg, Waßmannsmühle, Mosenberg, Wallersberg, Weihersmühle, Arnstein, Schrepfersmühle, Kleinziegenfeld, Seubersdorf, Wunkendorf, Wohnsig, Krassacher Mühle, Neudorf, Herbstmühle, Krassach, Niesten und Görau umfasst.

Kabelverzweiger als Alternative

Nicht alle Dörfer werden mit Glasfaserkabeln erschlossen, die eine Geschwindigkeit von mindestens 30 bis maximal 50 Megabit pro Sekunde erlauben. Hier kommt nur ein indirekt verbesserter Kabelverzweiger zum Einsatz. Dazu zählen Siedamsdorf (sechs bis 16 Megabit pro Sekunde), Mosenberg (drei bis sechs Megabit pro Sekunde), Neudorf (drei bis zehn Megabit pro Sekunde) und Wunkendorf (sechs bis 16 Megabit pro Sekunde). Für die Ortsteile Bernreuth und Altendorf ist ein Breitbandausbau nicht rentabel. Hier wäre eine Funklösung mit der LTE-Technik denkbar.
In den Jahren 2015 und 2016 sollen das interkommunale Projekt 2 und das individuelle Projekt realisiert werden. Das zweistufige Auswahlverfahren, in deren Rahmen ein geeigneter Internetdienstanbieter gefunden werden soll, findet zwischen Juni und August 2014 statt.