Die Einsicht des Angeklagten reichte weit. Sogar bis zum Gang zur Polizeiwache samt Eingeständnis, gestohlen zu haben. "Ich habe das auch nicht mit meinem Gewissen vereinbaren können", erklärte der 24-jährige Burgkunstadter am Dienstag auf dem Amtsgericht vor Staatsanwalt Christian Pfab und Richter Stefan Hoffmann den Vorfall um rund 120 Euro.
Was da am 23. Oktober des vergangenen Jahres im Burgkunstadter Mühlbach schwamm, war ein leerer Geldbeutel mit durchweichten Ausweispapieren. Er gehörte einem Rentner, der tags zuvor Besuch vom 24-Jährigen erhalten hatte. Eigentlich seinen Vater aufsuchend, kam der junge Mann in dem Haus auch an einem Zimmer des Rentners vorbei, in dem dieser auf einem Schrank seinen Geldbeutel abgelegt hatte. Tatsächlich ritt den Dieb wohl das schlechte Gewissen, denn er besuchte später den Rentner, erzählte ihm von seinem Tun und bot ihm Geld zur Wiedergutmachung an. "Aber ich hab's nicht angenommen", so der Rentner.
Der Angeklagte hatte sich früher schon der Nötigung, des Diebstahls und der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion schuldig gemacht. Doch vor Gericht und in seinem Verhalten zeigte sich der Mann geläutert.
Diese Ehrlichkeit sprach für den Beschuldigten. "Ganz erheblich" aber auch, dass ihm die Vorstrafen unterliefen. "Viel schwieriger ist die Frage, ob man dem Angeklagten Bewährung geben kann", so Pfab. "Mit viel gutem Willen" plädierte er auf eine sechsmonatige Bewährungsstrafe bei 90 Stunden Arbeitsauflage. Das Urteil Hofmanns fiel milder aus: Wegen Diebstahls entschied er auf eine viermonatige Bewährungsstrafe sowie die geforderten 90 Arbeitsstunden. MH