Weltwirtschaftskrise und Wirtschaftswunder, die Zeit des Nationalsozialismus, die Gründung der Bundesrepublik oder den Fall der Mauer - Gerhard Richter hat all das miterlebt. Im BRK-Seniorenhaus feierte er jetzt seinen 95. Geburtstag.
Gerhard Richter stammt aus Karlsfeld in Brandenburg. Mit 17 Jahren wurde er zum Militär eingezogen. Nach der Kriegsgefangenschaft kehrte er 1945 in seine Heimat zurück. Noch im gleichen Jahr, am 29. Juni 1945, heiratete er in Neunhofen in Thüringen seine Brunhilde. Aus der Ehe gingen Tochter Gerlinde und Sohn Gerold hervor.
1951 gelang der jungen Familie die Flucht in den Westen, wo sie sich ein Jahr später in Ludwigsstadt niederließ. Hier arbeitete Gerhard Richter zunächst bei der Firma Weisse & Eschrich in schon bald führender Position als Abteilungsleiter in der Blattbinderei. 1970 übernahm er die Betriebsleitung bei der Firma Karl Küfner in Ludwigsstadt, für die er bis zum wohlverdienten Ruhestand 1991 tätig war.
Der Jubilar ist in Ludwigsstadt sehr bekannt und erfreut sich großer Wertschätzung. Kein Wunder, brachte er sich doch in vielen Bereichen in das Vereins- und Stadtleben ein. So gehörte er nahezu allen Vereinen an. Noch heute ist er Mitglied beim Gesangverein und in der Stadtkapelle, bei der Arbeiterwohlfahrt und bei der SPD. Viele Jahre hielt er beim TSV Ludwigsstadt als Torwart "den Kasten sauber", ab 1960 bewirtschaftete er mit seiner Ehefrau zudem auch die zugehörige Wirtschaft der Turnhalle.
Für eine Periode - vom 1. Mai 1972 bis 30. April 1978 - gehörte Richter dem Stadtrat an. 2012 zog er zu seiner Frau ins BRK-Seniorenhaus. Bis zu ihrem Tod vor zwei Jahren umsorgte er sie dort liebevoll.
Mittlerweile wird die große Familie durch vier Enkel und sechs Urenkel komplettiert. Auch sein Bruder reiste zur Feier des Tages aus Berlin an. Für die Stadt Ludwigsstadt und den Landkreis Kronach gratulierte Bürgermeister Timo Ehrhardt. Hubert Bischoff dankte dem Jubilar für 57-jährige Treue zur SPD. hs