Gerach — Sie schlummern meist seit Jahrzehnten tief unter der Erde und funktionieren manchmal mehr schlecht als recht - die Kanäle in den Gemeinden im Landkreis Bamberg. Licht ins Dunkel bringt eine in regelmäßigen Abständen durchgeführte Kanalbefahrung, die den Zustand der Kanäle offenbart und nicht selten den Gemeinden eine unliebsame Überraschung beschert. So geschehen in der Gemeinderatssitzung Gerach, wo Klaus-Peter Gaul vom gleichnamigen Ingenieurbüro in Bamberg das Ergebnis einer solchen Kanalbefahrung vorstellte.


Risse und Einsturzgefahr

Untersucht wurden insgesamt 8245 Meter des Hauptnetzes und das Nebennetz mit 1190 Metern, in dem die Kanäle in Beton, Kunststoff oder Steinzeug eingehend geprüft wurden. Dabei wurde deutlich, dass in Gerach bezüglich der Kanäle einiges im Argen liegt: Nur bei 9,6 Prozent aller Kanäle besteht ein mittelfristiger Handlungsbedarf, aber bei 72,2 Prozent ein kurzfristiger Handlungsbedarf und bei 3,2 Prozent sogar ein umgehender Handlungsbedarf.
Die Schadensbilder reichten dabei von Rissbildungen bis hin zum Einsturz von Kanälen, wobei die PVC-Rohre sich meist als anfälliger als Steingutrohre erwiesen. Zur Behebung der Schäden bei Känälen mit umgehendem Handlungsbedarfs seien 227 000 Euro notwendig, informierte Gaul, wenn man das Regenwassernetz außer acht lasse, da versickerndes Regenwasser aus defekten Kanalsträngen ja nicht schädlich sei, blieben immerhin noch 96 000 Euro übrig. Die Kosten für den kurzfristigen Handlungsbedarf bezifferte der Fachmann mit stolzen 1 247 715 und schlug auch gleich eine entsprechende Finanzierung in fünf Jahresabschnitten mit jeweils 250 000 Euro vor. Der Gemeinderat mit Bürgermeister Gerhard Ellner (SPD) war zunächst einmal sprachlos und wollte sich in naher Zukunft mit der Finanzierbarkeit des Mammutprojektes befassen.
Viel Zustimmung erfuhren auch die Vorschläge für interaktive Elemente und Stationen im Naturlehrpfad in Gerach. Diese sollen, so die Leiterin des Baunacher Bauamtes, Monika Calnbach, zwischen 20 000 und 25 000 Euro kosten. Stationen werden etwa ein "Spechtbuch", das Schätzen von Baumhöhen, ein Baumscheiben-Kalenderoder eine Tierstimmen-Station sein. Der Gemeinderat äußerte den Wunsch, auch den Laimbach zu integrieren.