Hans Moos, Vorsitzender der Kulturinitiative, drehte bei der jüngsten Folge der Reihe "Kultur und Genuss" die Reihenfolge um. Zuerst gab es "Genuss für die Ohren", präsentiert von der Bayreutherin Hannelore Steinhäuser, die mit ihren eigenen Mundartgeschichten das Publikum erheiterte. Zusätzlich unterstützte sie ihren "allerschönsten Begleiter", Theo Knopf, auf seiner Konzertina musikalisch mit dem Waschbrett.
Danach gab es "Genuss für den Gaumen". Zwei Vertreter ihrer Zunft überraschten mit Proben ihrer handwerklich erzeugten Produkte. Thomas Weigel von der Hofkäserei aus dem "Bergdorf Rohr bei Kulmbach" erläuterte den interessierten Zuhörern die Käseherstellung. "Sie brauchen Ihren Käse nicht mehr im Allgäu oder in Österreich kaufen", warb er für seinen Quark, Camembert und seinen "Rauhen Berg".


Eingefangener Sonnenschein

"Honig ist eingefangener Sonnenschein", stellte der Vorsitzende der Trebgaster Imker, Manfred Reitmeier, seinen selbst geschleuderten Honig vor. Einige Einzelheiten aus dem Alltag seiner - leider von vielen Feinden bedrohten - Bienenvölker nötigten den Besuchern durchaus Respekt ab.
"Für ein Kilo Honig müssen drei bis fünf Millionen Blüten besucht werden. Das sind etwa 60 000 Ausflüge und entspricht sechs Erdumrundungen." Mit diesem Wissen wird ein mancher beim Frühstück mit mehr Ehrfurcht in sein nächstes Honigbrötchen beißen.
Nach dem Genuss für Ohren und Gaumen kam der "Genuss für die Augen." Natürlich stand auch dieses Jahr die Kunst bei der erfolgreichen Veranstaltungsreihe der Kulturinitiative Trebgast im Vordergrund - und das in einer besonderen Form: "Bilder mit Haiku".
Was sich dahinter verbirgt, erläuterten die beiden Künstler Martin Ritter und Heiner Brückner. Der eine, Fotograf aus Leidenschaft, hatte mit seinem geschulten Auge Motive der unberührten Pflanzenwelt im Lindauer Moor ausgewählt: Schlehenblüte, Drüsiges Springkraut, Sumpfgräser, Sonnenblumen.


Gefühle auf den zweiten Blick

Dem anderen, Mitglied im Autorenverband Franken, kam die Aufgabe zu, zu jedem Bild eine Verbindung herzustellen. Und zwar mit Haiku, der kürzesten Gedichtform der Welt, die, abweichend vom klassischen deutschen Reimgedicht, nur von wenigen in der Region beherrscht wird. Ein Dreizeiler mit fünf, sieben und noch mal fünf Silben, mit dem die Japaner eine innere Beziehung zur Natur herstellen. Brückner: "Der Fotograf hält in der Natur Augenblicke fest. Der Dichter ergänzt dies um Ohrenblicke." Gefühle sollen sich erst durch die aufgeführten konkreten Dinge und den Zusammenhang erschließen.
Die Ausstellung ist noch bis März in der Gaststätte La Birreria zu besichtigen.
Hans Moos wies ferner auf das Benefizkonzert zugunsten der Knochenmarkspenderdatei hin, das am Samstag, 10. Dezember, um 19 Uhr in der Trebgaster St.- Johannes-Kirche stattfindet.