von unserem Redaktionsmitglied 
Miriam hegner

Kronach — Dass der Vorverkauf so gut laufen würde - damit hatte Samuel Rauch nicht gerechnet. "Wir zittern eigentlich jedes Jahr ein bisschen, ob genug Karten verkauft werden", erzählt der Leiter des Jugend- und Kulturtreffs Struwwelpeter. "Es ist ja auch immer ein finanzielles Risiko dabei. Aber dieses Jahr können wir uns jetzt schon entspannen." Auf 1750 Stück sind die Tickets limitiert - und gingen weg wie warme Semmeln. "Wir haben mittlerweile ein echt treues und begeistertes Publikum, sogar über die Region hinaus", so Rauch. "Das freut uns natürlich sehr."

"Wollen der Jugend etwas bieten"

Neun Bands treten auf, drei davon regionale Gruppen, die sich in einem Wettbewerb qualifiziert haben, sechs davon bundesweit oder sogar international bekannte Musikformationen. Und weil das Struwwelpeter als Veranstalter ein Jugendzentrum ist, dürfen schon 14-Jährige bis 24 Uhr bleiben und mitrocken. "Wir wollen der Jugend hier in Kronach und Umgebung was bieten und etwas für die Region tun", erzählt Rauch. "Die Festung rockt" - das seien außerdem zwei Dinge in einem. "Für die Besucher ist es ein Festival mit tollen Bands. Für uns ist es ein groß angelegtes kulturpädagogisches Projekt", erklärt Rauch.

Geplant wird ehrenamtlich

Organisiert wird das Festival nämlich zum Großteil von einem Team aus 17 ehrenamtlich tätigen Jugendlichen, die seit fast einem Jahr damit beschäftigt sind zu planen, zu organisieren und vorzubereiten. Unterstützt werden sie dabei von Samuel Rauch und den anderen Mitarbeitern des Struwwelpeter. "Das Buchen der Bands zum Beispiel, das mache ich. Da geht es ja auch um größere Geldbeträge", erklärt Rauch. "Aber ansonsten überlassen wir so viel wie möglich den Jugendlichen selbst."
Kernstück der Planungen ist natürlich die Auswahl der Bands. "Von den Jugendlichen kommen immer ganz viele Vorschläge, wen sie gern dabei hätten", erzählt Rauch. "Da wird viel diskutiert bis Entscheidungen fallen." Auch die Eintrittsbändchen und die T-Shirts für das Team gestalten die ehrenamtlichen Organisatoren selbst, schreiben die Texte fürs Programmheft und kümmern sich eigenverantwortlich um einzelne Bereiche wie etwa die Bar.
"Am Festival selbst sind dann noch viel mehr Helfer im Einsatz, stellen die Bauzäune auf, verkaufen Getränke, betreuen die Bands und räumen hinterher gemeinsam auf", erzählt Rauch. Bis zu 70 Jugendliche packen an, wenn die Festung rockt.

Festival finanziert sich selbst

"Ohne diesen tatkräftigen Einsatz ginge es gar nicht", sagt Rauch. Denn die Einnahmen aus Ticket- und Getränkeverkauf decken gerade so in etwa die Ausgaben für Gagen, Materialkosten und Veranstaltungstechnik. "Meist kommen wir etwa auf Null raus", sagt Rauch. "Aber uns geht es auch nicht ums Geld, sondern darum, gemeinsam ein tolles Festival auf die Beine zu stellen."