Derzeit besucht der Zeiler Bürgermeister Thomas Stadelmann (SPD) alle Ortsteile, um dort Bürgerversammlungen abzuhalten. Am Dienstagabend war er zu Gast in Sechsthal, das mit 63 Einwohnern der kleinste Teil der Kommune ist. Dabei freute sich Stadelmann, dass auch vier weitere Mitglieder des Stadtrats in der Veranstaltung saßen. "Ich finde immer, dass von jeder Fraktion einer da sein sollte", meinte der Bürgermeister. Zur Sprache kamen im Sechsthaler Gemeindehaus vor allem allgemeine Themen der Stadt Zeil.


Fördermittel nutzen

Ein Thema, das gerade die kleinen Orte wie Sechsthal und Bischofsheim betrifft, sprach Stadelmann mit dem Breitbandausbau an. Hier berichtete er, dass es nun hohe Fördermittel gibt, um den Kommunen zu ermöglichen, flächendeckend schnelles Internet anzubieten. Da in Zeil, Ziegelanger und Schmachtenberg bereits eine Versorgung existiert, besteht hier keine Förderfähigkeit. Sechsthal und Bischofsheim können dagegen von den Mitteln profitieren und daher über Glasfaserkabel angeschlossen werden. So besteht die einmalige Möglichkeit für die Bürger, sich kostenlos Glasfaser bis ins Haus legen zu lassen. "Jeder, der es sich nicht ins Haus legt, würde einen großen Fehler machen", kommentierte der Bürgermeister. "Billiger geht's nicht, nämlich umsonst."
Er kündigte an, eine weitere Bürgerversammlung speziell zu diesem Thema abhalten zu wollen, sobald mehr Details dazu bekannt sind. Diese soll für die Orte Bischofsheim und Sechsthal gemeinsam stattfinden, da letztlich in beiden Dörfern die gleichen Dinge zu besprechen sind. Der Ortssprecher Werner Schneider ergänzte, dadurch, dass ein gemeinsamer Vertrag für Internet und Telefon möglich sei, ergebe sich auch die Chance für die Bürger, sich billiger zu versorgen.


Parküberwachung geplant

Ein Thema, das der Bürgermeister in allen Stadtteilen ansprach, ist die geplante Parküberwachung. Stadelmann zeigte sich verärgert darüber, dass die Parkplätze entlang der Zeiler Hauptstraße oft von morgens bis Abends zugeparkt sind und so kein Platz mehr für die Kunden der Geschäfte bleibe. Daher sollen einige davon in Kurzparkzonen umgewandelt werden. Für weiteren Unmut sorgt, dass Autofahrer oft außerhalb der gekennzeichneten Flächen stehen. "Deswegen lassen wir uns das jetzt etwas kosten", bekräftigte Stadelmann. Es soll eine Parküberwachung eingesetzt werden, die Strafzettel verteilt. Die Kosten hierfür betragen 10 000 Euro jährlich, abzüglich des Geldes, das durch die bezahlten Knöllchen hereinkommt. "Aber das werden wohl keine 10 000 Euro", sagte Stadelmann und wies darauf hin, dass die Stadt dennoch drauflege.
Auch das 1000. Stadtjubiläum sprach Stadelmann an. Zu diesem Anlass solle 2018 ein Jahr mit mehreren Veranstaltungen "von Zeilern für Zeiler" werden.
Allerdings soll deswegen keine der ohnehin jedes Jahr üblichen Veranstaltungen ausfallen, es wird also auch 2018 ein Zeiler Weinfest geben, ebenso wie sämtliche Dorffeste in den verschiedenen Stadtteilen. "Das wird natürlich eine Herausforderung", sagte der Bürgermeister. Weiterhin betonte er, unter "Zeilern" verstehe er auch die Einwohner der Stadtteile, und forderte die Sechsthaler auf, sich ebenfalls zu beteiligen.
Kritik aus den Reihen der Sechsthaler Bürger gab es nicht. Ein Bürger dankte der Stadt dafür, dass ein Brunnen im Ort wieder instand gesetzt wurde. Die Zusammenarbeit habe gut funktioniert. "Es tut gut, wenn man auch mal gelobt wird", entgegnete der Bürgermeister. In diesem Zusammenhang lobte er auch seine Stadtratskollegen und die gute Zusammenarbeit. "Wir sind uns nicht immer einig, aber wir haben eigentlich immer einen Konsens gefunden."
So zog er den Vergleich zu anderen Kommunen, in denen es manchmal heftige, teilweise unsachliche Auseinandersetzungen in den Ratssitzungen gebe, und lobte den fairen Umgang, den die Stadträte in Zeil miteinander pflegten. Nachdem es keine weiteren Wortmeldungen gab, schloss Stadelmann die Bürgerversammlung mit den gleichen Worten, mit denen er sich auch in Krum und Bischofsheim verabschiedet hat: "Bleibt gesund."