von unserem Mitarbeiter Werner Reissaus

Ködnitz — Eine Sondersitzung war notwendig, weil ansonsten die Zeit für die bevorstehenden Asphaltierungsarbeiten in Tennach davon gelaufen wäre. Am Dienstagabend entschied sich der Gemeinderat Ködnitz mit neun zu vier Stimmen nun doch für einen vollständigen Ausbau einer 90 Meter langen Ortsstraße, die beim Kanalbau in Anspruch genommen wurde.
Gemeinderat Michael Heisinger (Rangen) - selbst Anlieger dieses Straßenstücks - hatte in der vorangegangenen Sitzung seine Bedenken zur dauerhaften Haltbarkeit der Ortsstraße vorgebracht, nachdem zwar eine neue Tragdeckschicht aufgezogen werden sollte, aber auf unterschiedlich eingebrachten Asphaltflächen.
Heisinger stellte damals fest: "Die Belastung ist unterschiedlich, wenn der alte Asphalt drin bleibt. Wir sollten diese Arbeiten vernünftig machen oder die Firma gibt uns die Gewährleistung."

Mehrkosten von 7000 Euro

Wie Erich Hahn vom Ingenieur-Büro IBP Kulmbach zu verstehen gab, kann die mit den Arbeiten beauftragte Firma Christian Bär (Neudrossenfeld) die Gewährleistung nur für die Kanaltraße geben. Für den restlichen Straßenbereich ist die Tragfähigkeit nicht gegeben, sodass auch Hahn dafür plädierte, das Straßenstück vernünftig auszubauen. Die Mehrkosten hatte sein Büro mit rund 7000 Euro ermittelt.
Gemeinderat Willi Kolb (SPD) bedauerte, dass die Aussage vom Büro nicht schon früher kam: "Das hätte eher passieren müssen, aber ich bin dafür, dass wir es richtig machen und nicht herumpfuschen." Dem widersprach aber Bürgermeister Stephan Heckel-Michel (CSU) heftig: "Wir haben nicht herumgepfuscht!" Auch Gemeinderat Reinhold Dippold (WGK) sah es ähnlich: "Wir haben in Spitzeichen auch auf einer Sparflamme die Asphaltierungsarbeiten vorgenommen. Wenn alles ordnungsgemäß verdichtet ist, dann ist das in Ordnung." Dippold sah in Tennach mit den beabsichtigten Arbeiten kein Problem und stellte die Frage: "Welchen Luxus wollen wir uns denn noch erlauben?"
2. Bürgermeister Hermann Popp (FW) sprach sich ebenso wie Frank Eschenbacher (Rangen) für eine ordentlichen Ausbau des Straßenstücks aus und für Michael Heisinger stand nur die Frage im Raum: "Macht man was Vernünftiges oder nur Stückwerk?" Er vertrat dabei auch die Meinung, dass bei einem Bauumfang von zwei Millionen die Mehrkosten von 7000 Euro vertretbar sind und nicht ins Gewicht fallen dürften.

"Ruhe soll einkehren"

Gemeinderat Reinhard Kort schack (FW) vertrat auch die Meinung: "Entweder wir machen was Gescheites, oder wir lassen die Finger davon!" Sein Ansinnen, dass auch die Anlieger einen freiwilligen Beitrag zu den Baukosten leisten könnten, stieß aber im Gemeinderat auf wenig Verständnis. Bernd Müller (CSU) wollte ebenso wie Willi Kolb kein Stückwerk: "Die Bürger sind dort oben genug strapaziert worden. Wir sollten es ordentlich ausbauen, damit wieder Ruhe einkehrt." Gegen die Stimmen von Bürgermeister Stephan Heckel-Michel und Klaus Wollnik (beide CSU) sowie Reinhold Dippold und Thomas Hanisch (beide WGK) sprach sich der Gemeinderat schließlich mehrheitlich für einen Vollausbau des Straßenstückes aus.