Neukenroth/Anajatuba — Wo noch vor wenigen Monaten nur Sand und Bauschutt zu sehen waren, entsteht nun nach und nach eine Kirche. Die Einwohnerinnen und Einwohner von Anajatuba in Brasiliens ärmsten Bundesstaat Maranhão freuen sich auf ihre neue Pfarrkirche, viele helfen beim Bau mit. Mitten unter ihnen ist Dominik Fiedler, 24 Jahre, aus Neukenroth. Drei Monate lebt und arbeitet er als Freiwilliger in der kleinen Stadt Anajatuba im Bistum Coroatá im Nordosten Brasiliens. Gemeinsam mit seinem Bruder Tobias hatte er vor seinem Abflug eine Spendenaktion in Neukenroth organisiert. Die gesammelten 2000 Euro konnten nun in einem Gottesdienst an Pfarrer Padre Maurus Schneider übergeben werden. "Wir sind überwältigt von der großen Hilfsbereitschaft der Leute in Neukenroth und auch die Menschen hier vor Ort freuen sich natürlich riesig", fasst Dominik die Reaktionen auf das Ergebnis der Spendenaktion zusammen. Das Geld würde dringend für den Neubau der Pfarrkirche in Anajatuba benötigt. Die alte Kirche musste 2009 aus Sicherheitsgründen abgerissen werden. Dominik, der gelernter Schreiner ist, packt an, wo es nur geht. Der 24-Jährige ist nicht zum ersten Mal in Anajatuba. Der Kontakt zum Pfarrer der Gemeinde, Padre Maurus Schneider, sowie zu Bischof Sebastião Bandeira Coêlho, entstand bereits vor zwei Jahren. Damals war Dominik gemeinsam mit 30 anderen Jugendlichen aus dem Erzbistum Bamberg zum Weltjugendtag nach Brasilien gereist und hatte dabei auch einige Tage in Anajatuba verbracht. "Es war mir eine große Herzensangelegenheit, die Menschen wiederzusehen und sie in irgendeiner Form zu unterstützen. Ohne Hilfe von außen ist es sehr schwierig, hier zu überleben", nennt Dominik den Grund für seine Entscheidung, drei Monate in der kleinen Stadt zu verbringen. Bereut hat er seine Entscheidung bisher noch keine Sekunde: "Ich kann eigentlich gar nicht sagen, was bisher das beste Erlebnis war, weil einfach alles wunderschön ist."
Die freundschaftlichen Kontakte zwischen den Bistümern Bamberg und Coroatá begrüßt auch Diözesanjugendpfarrer Detlef Pötzl: "Ich freue mich sehr, dass unser Besuch beim Weltjugendtag in Brasilien nachhaltige Beziehungen fördert und dass eine kleine Solidargemeinschaft entstanden ist." Um diese weiter auszubauen, würden im nächsten Jahr zwei Jugendliche aus dem Bistum Coroatá nach Deutschland eingeladen. Gemeinsam mit jungen Menschen aus der Erzdiözese Bamberg werden die brasilianischen Gäste auch am Weltjugendtag 2016 in Krakau teilnehmen. red