Etliche Bauanträge und Schreiben an die Gemeinde beschäftigten die Gemeinderatsmitglieder auf der jüngsten Sitzung. Bürgermeister Christian Mrosek schickte dem Bericht über die Rechnungsprüfung der Gemeinde für das Haushaltsjahr 2014 voraus, dass keine Fehler festgestellt wurden und sich keine Beanstandungen ergeben hätten.
Christian Zorn (CSU), der mit Günter Friedlein (SPD) und dem damaligen Gemeinderat Gerhard Gold (Freie Wähler) die örtliche Prüfung der Jahresrechnung 2014 durchgeführt hatte, informierte, dass die Prüfungsschwerpunkte sich auf die Kläranlage und den Bauhof bezogen hatten. Für Bauvorhaben wünsche er sich künftig eine ausführlichere Projektbeschreibung und Dokumentation.
Dann sprach er die Verbuchung von Haushaltsresten an. Für den Investitionsplan der Gemeinde schlug er vor, bei Vorhaben früher in die Planung zu gehen. Dies erfordere zugleich einen frühzeitigen Überblick über den jeweils anstehenden Haushalt.
Verwaltungsrat Heinrich Dinkel gab die Jahresrechnung 2014 bekannt. Darin haben der Verwaltungshaushalt in Einnahmen und Ausgaben mit rund 7,5 Millionen Euro und der Vermögenshaushalt mit rund 2,2 Millionen Euro abgeschlossen. Der Gesamthaushalt belief sich auf etwa 9,8 Millionen Euro. Die Zuführung vom Verwaltungshaushalt an den Vermögenshaushalt stieg um zirka 1,2 Millionen Euro.
Hauptgrund hierfür waren die Gewerbesteuernachzahlungen im zweiten Halbjahr 2014 und die positive Entwicklung bei einigen Haushaltsstellen. Ein Kassenkredit war nicht erforderlich. Die Kassenbestände am Jahresende in Höhe von etwa 1,4 Millionen Euro werden zu den Rücklagen hinzugefügt. Das Gremium erteilte die Entlastung.


Gemeinde erhält Kredite

Weiter teilte der Bürgermeister mit, dass das Landratsamt Lichtenfels die Kreditaufnahme in Höhe von 500 000 Euro im Haushalt 2016 genehmigt habe. Doch sei die Beitrags- und Gebührenkalkulation für die Wasserversorgung als auch für die Abwasserbeseitigung zu überprüfen. Dies sei bereits vom Gemeinderat beschlossen. Die Erhöhung trete 2017 in Kraft, so Mrosek. Weiter empfahl er, die Hebesätze für Grund- und Gewerbesteuer zumindest auf den Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden zu erhöhen. Dies sei aber nur im ersten Halbjahr eines Jahres für das laufende Jahr möglich.
Dinkel gab dem Gemeinderat die Genehmigung des Geschäftsbesorgungsvertrags mit der Firma Bayerngrund zur Finanzierung des Gutmann-Hauses und der Ortskernsanierung durch das Landratsamt Lichtenfels bekannt.


Stromplan auf Eis gelegt

Gestoppt sei hingegen der Netzentwicklungsplan Strom 2025, sagte der Bürgermeister. Laut einer Veröffentlichung der Bundesnetzagentur wurde das Verfahren für den Netzentwicklungsplan Strom 2025 wegen der geplanten Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) gestoppt. Die geplanten Beratungen wurden abgesagt, das Verfahren werde nicht fortgeführt. Diese Änderung bedeute, dass es momentan zu keiner Entscheidung hinsichtlich der Bestätigung der Alternativen P44/P44mod kommen werde.
Die Übertragungsnetzbetreiber seien aufgefordert, aufgrund der umfangreichen Reformen einen neuen Entwurf eines Netzentwicklungsplans vorzulegen und zu beraten. Diesen Entwurf habe die Bundesnetzagentur bis Ende 2017 ebenfalls festzustellen. Dennoch war sich der Gemeinderat bewusst, weiterhin wachsam zu sein, da die Entscheidung nur aufgeschoben sei.
Der Bürgermeister gab bekannt, dass sich der Bauausschuss in seiner letzten Sitzung unter anderem mit dem möglichen weiteren Ausbau der B 173 zwischen Zettlitz und Oberlangenstadt und den daraus folgenden Konsequenzen für Redwitz befasst habe. Dabei sei man zu dem Ergebnis gelangt, dass die vier bisherigen Ein- und Ausfahrten nötig und deshalb zu erhalten seien. Insbesondere müsse vermieden werden, dass der Schwerverkehr zum Gewerbegebiet Unterlangenstadt durch die Siedlung fahren müsse. Dies gelinge am besten dadurch, dass die alte B 173 mit ihren vier Ausfahrten erhalten bleibe und eine vierspurige Autobahn parallel neu errichtet werde. Optimal wäre, wenn Redwitz noch eine eigene Ausfahrt von der neuen Autobahn erhalten würde.
Diese Forderung der Gemeinde Redwitz haben die Abgeordneten Emmi Zeulner und Jürgen Baumgärtner erhalten, damit sie sich im Sinne der Gemeinde Redwitz einsetzen können. Darüber hinaus sind sie zu einem Gespräch mit dem Gemeinderat eingeladen. Mit diesem Vorgehen bestand Einverständnis.


E-Tanksäulen für Redwitz

Mrosek stellte auch das Pachtmodell für E-Ladesäulen der Firma Bayernwerk vor. Dieses umfasst unter anderem: Den Stromanschluss, den Betonfundament, die Aufstellung sowie die Übernahme des Strombezugs, die Abrechnung mit den Nutzern der Ladesäule und auch die technischen Betriebsführung. Die Pachtentgelte belaufen sich von 350 Euro netto monatlich für die kleine Ladesäule bis 590 Euro netto für die Große. Die Laufzeit beträgt fünf Jahre.
Zugestimmt wurde den Bauanträgen von Harald Schilling, Obristfeld, auf Errichtung einer landwirtschaftlichen Mehrzweckhalle und von Hans-Martin Sommer auf Errichtung eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage in Redwitz. Dazu denen von Klaus und Gisela Popp, Redwitz, über einen Wohnhausanbau und Gabriele Geiger, Trainau, über den Neubau einer Kfz- Garage.
Auf Anfrage von Simon Ehnes (SPD) nach Baggerarbeiten an der Kiesgrube entgegnete der Mitarbeiter im Baubüro, Markus Pätzold, dass diese laut genehmigter Planung erfolgen. Weiter bemängelte Ehnes die zur Zeit stockenden Planungen beim beabsichtigten Turnhallenneubau. Auch Jürgen Gäbelein (Freie Wähler) zeigte kein Verständnis, dass die Voruntersuchungen noch nicht abgeschlossen seien.
Zudem kritisierte Gäbelein den Bericht in der Zeitung über die Tourismussituation im Landkreis Lichtenfels. Der Gesamtbericht werfe ein negatives Image auf den nördlichen Landkreis. Günter Friedlein (SPD) hätte es begrüßt, wenn die vier nördlichen Bürgermeister dieses Thema selbst in die Hand genommen hätten.
In Redwitz befinden sich zur Zeit 56 Asylbewerber.