von unserem Redaktionsmitglied Klaus Groh

Sand — Auf der einen Seite ist Sands Trainer Bernd Eigner erleichtert, dass es beim Würzburger FV am letzten Wochenende mit dem 2:1 im achten Spiel endlich den ersten Sieg für den Aufsteiger gegeben hat. Andererseits plagen den Übungsleiter vor dem Heimspiel am Samstag (15 Uhr) gegen die U23 des Regionalligisten SSV Jahn Regensburg erhebliche Personalsorgen.
"Paradoxerweise war die Partie in Würzburg von den letzten fünf Begegnungen unser schlechtestes Spiel. Aber anstatt nach dem Spiel immer warme Worte zu bekommen, gab's diesmal die drei Punkte - das ist mir dann doch lieber", blickt Eigner auf die letzten Wochen zurück.
"Nachdem wir die ersten beiden Spiele grottenschlecht waren, haben wir mal eine Halbzeit oder 60 Minuten gut gespielt - wir haben uns eigentlich immer ein Stück weit gesteigert. Dann bekommen wir in Eltersdorf zwei Minuten vor Schluss das Tor, gegen Frohnlach erzielten wir am Ende noch den Ausgleich, obwohl wir einen Elfmeter verschossen und in der ersten Halbzeit viele Chancen vergeben hatten. Endlich hat es sich vielleicht jetzt ins Positive gewandelt. Und ich bin mir sicher, dass das den Jungs Schwung gibt und der Sieg fürs Selbstvertrauen sehr, sehr wichtig war", blickt Eigner nach zuletzt vier Punkten in Folge wieder etwas optimistischer in die Zukunft.
Er hofft, dass seine Mannschaft für das Schlüsselspiel gegen den Tabellen-15., der nur vier Zähler mehr als die Sander auf dem Konto hat, "den Schwung mitnehmen kann. Wenn wir nachlegen könnten, wären wir wieder gar nicht so weit weg von unserem Soll. Dann ist man in dem ganzen Strudel dabei, wo die Mannschaften nur ein oder zwei Punkte mehr aufweisen. Wenn du mitmischst, ist es natürlich viel schöner, als wenn du von unten nach oben schaust." Mit einem Sieg heute wären die Sander bis auf einen Punkt an den Oberpfälzern dran und vielleicht die Rote Laterne los.
Sicher kommt es aber auch darauf an, mit welcher Truppe die Jahnler im Seestadion aufkreuzen. "Wenn Spieler von oben kommen, stellt sich immer die Frage, haben sie Lust oder sind sie frustriert - das ist eine Wundertüte. Ich habe die Regensburger zwei Mal gesehen. Da waren sie sehr stark und spielten mit hohem Tempo in der Offensive. In der Abwehr sind sie auch immer mal für einen Fehler gut", so Eigner über den SSV. Auf jeden Fall müsse sein Team von Beginn an höllisch aufpassen, "denn die Regensburger legen immer los wie die Feuerwehr. Da müssen wir zusehen, dass wir ein gutes Umschaltspiel zeigen, kompakt stehen und das eigene Tor schützen."
Die personelle Situation lässt beim Sander Coach allerdings ein wenig Unmut aufkommen: "Das ist eine mittlere Katastrophe. Die Lage spitzt sich weiter zu. Floh Pickel kann am Samstag nicht spielen. Thorsten Schlereth ist in Urlaub und Dominik Rippstein auf eine Hochzeit eingeladen. Diese ständigen Ausfälle aufgrund von Verletzungen oder Urlaub seit Beginn der Saison können wir einfach nicht kompensieren - das ist ein Drama. Wir können nie eine komplette Mannschaft auf den Platz schicken, die sich einspielt. Jetzt werde ich wieder dazu gezwungen, komplett umzustellen." Hinzu kommt, dass Eigner beispielsweise Sven Wieczorek wegen seiner Probleme mit der Patellasehne die eine oder andere Pause gönnen muss. "Ich muss von der ,Zweiten' Spieler hochholen, die ja nur Kreisliga spielen. Das ist alles einfach nicht optimal. Es ist schwierig, aber wir müssen trotzdem zusehen, dass wir etwas mitnehmen", setzt der Sander Trainer auf den Einsatzwillen seiner Jungs.
Um die Situation im Angriff, wo der gerade von einem Kreuzbandriss zurückgekommene Dinis Ribeiro der einzige gelernte Stürmer ist, etwas zu verbessern, schauen sich die Sander auf dem Transfermarkt um. "Wir haben schon einige Gespräche geführt. Vielleicht tut sich ja jetzt doch noch etwas auf. Aber ich glaube das auch erst, wenn alles in trockenen Tüchern ist", so Eigner. Bis 31. August hat der Aufsteiger noch Zeit, sich eine Verstärkung zu sichern.
Bis dahin muss es noch Dinis Ribeiro richten, der mit seinen beiden Treffern in Würzburg wieder für Aufbruchstimmung gesorgt hat.

1. FC Sand: Biemer, Mai - A. Schmitt, Tropper, Götz, Krüger, Stahl, F. Pickel, Wieczorek, Fischer, D. Schmitt, Ribeiro, Wirth, Leim