von unserem Mitarbeiter WerNer BaIER

Bamberg — Kaum hatte Kreiskämmerer Klaus Motschenbacher darauf hingewiesen, dass der Kreishaushalt einen höheren Zuschuss zulässt, war er vom Kultur- und Sportausschuss des Kreistages auch schon beschlossen. Freilich geht es "nur" um die Erhöhung des Ansatzes zur Förderung der Bodendenkmalpflege von 2000 auf nunmehr 3000 Euro.

"Erdwerke und Siedlungsplätze"

Der Landkreis beteiligt sich mit diesem Betrag an dem Forschungs-Projekt "Erdwerke und Siedlungsplätze der späten Bandkeramik in Oberfranken". Die Otto-Friedrich-Universität Bamberg dringt dabei in die gut 7000 Jahre zurückliegende Besiedlung der oberfränkischen Albhochfläche bei Königsfeld, Hohenellern, Hohenpölz und Hohler Stein bei Schwabthal vor. Die Forscher sind den frühesten bäuerlichen Siedlern unseres Raumes auf der Spur. Am Ende sollen die Ergebnisse der Forschung in einer renommierten Fachzeitschrift veröffentlicht werden. Sie sollen ferner für archäologische Führer, Schautafeln und Ähnlichem zur weiteren touristischen Erschließung der Albregion zur Verfügung gestellt werden. Gerade unter diesem Aspekt fiel es den Kreisräten leicht, den Geldhahn etwas weiter aufzudrehen.
Das Projekt ist mit 108 000 Euro veranschlagt. Es wird hauptsächlich zu 57 000 Euro von der Oberfrankenstiftung sowie durch gut 40 000 Euro von Förderern finanziert.
Der Ausschuss gab noch für ein weiteres Denkmalprojekt Mittel frei: Der zweite Bauabschnitt der Sanierung des Schlosses Trunstadt wird mit 5000 Euro aus der Kreiskasse bezuschusst. Der gleiche Betrag kommt vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege hinzu. Zu dem mit 367 000 Euro veranschlagten Projekt muss die Gemeinde 152 000 Euro Eigenmittel aufbringen; die Oberfrankenstiftung hat 100 000 Euro zugesagt, 30 000 Euro kommen von der Bayerischen Landesstiftung und 75 000 Euro werden von der Bezirksregierung aus Mitteln der Städtebauförderung bereitgestellt.

Gemeinsames Kunststipendium

Und ein weiteres Mal ging es in der gestrigen Sitzung um Geld. 9000 Euro: Das ist der Betrag, den der Landkreis und die Stadt Bamberg künftig im jährlichen Wechsel für ein gemeinsames "Kunststipendium" ausgeben. Bei einer Gegenstimme willigte der Kultur- und Sportausschuss des Kreistages in das Konzept und die Richtlinien zur Vergabe des "Kunststipendiums der Region Bamberg" ein.
Diese Förderung einzuführen, geht auf Ideen von Landrat Hans Kalb und dem Bamberger Bürgermeister Christian Lange (beide CSU) zurück. Das Stipendium soll (möglichst jungen) Künstlern den Freiraum verschaffen, sich ein halbes Jahr lang auf die künstlerische Arbeit konzentrieren zu können, um Projekte zu beginnen, fortzusetzen oder fertigzustellen. Dafür gibt's sechs Monate lang 1500 Euro, im einen Jahr von der Stadt und im andern vom Landkreis.
Die erste Ausschreibung soll in den nächsten Monaten für die Förderperiode 2015 durchgeführt werden. Sie richtet sich an alle professionell arbeitenden Künstlerinnen und Künstler mit Hauptwohnsitz und Lebensmittelpunkt in der Stadt oder dem Landkreis Bamberg. Bewerben können sich Schriftsteller oder Poeten, kreative Musiker, bildende oder darstellende Künstler u. a. Über die Vergabe entscheidet eine Jury aus führenden Kommunalpolitikern und Sachverständigen. Andreas Lösche (Grüne/AL) vermisste den Mehrwert für den Landkreis, eine Definition der Sparten, eine Altersgrenze und das Verlangen einer Abschlusspräsentation. "Wo bleibt das Alleinstellungsmerkmal?", fragte Lösche.
Landrat Kalb, der für das Stipendium "keinen neuen Apparat schaffen" möchte, will weder die Kunstrichtungen einschränken noch eine Abschlussarbeit verlangen: Ein halbes Jahr reiche unter Umständen nicht, ein künstlerisches Projekt zu Ende zu führen. Stellvertretender Landrat Rüdiger Gerst (CSU) warnte vor Definitionen der Kunst. Wolfgang Heyder (SPD) räumte ein: "Wenn wir das politisch formatieren, kommt nichts dabei heraus!"
Gisela Hofmann (BBL) fand schließlich doch Verständnis für den Wunsch, am Ende eines Kunststipendiums einen Nachweis für geleistete Arbeit zu erwarten. Nicht, dass sich ein Stipendiat auf Kosten des Steuerzahlers einfach ein halbes Jahr nichts weiter als Inspirationen holt, zum Beispiel auf Mallorca.