M it dem Zug zum Bummel in die Nürnberger Innenstadt. Per ICE zum Flughafen. Ein Wochenendausflug ohne ermüdende Autofahrt. Ja, ich gestehe, ich fahre sehr gerne mit der Bahn - wenn auch leider viel seltener als ich möchte. Das liegt unter anderem daran, dass es abseits der Hauptstrecken mitunter ein Martyrium ist, voranzukommen.
Jetzt kämpft die Politik mit vereinten Kräften für eine bessere Zuganbindung für unsere Region. Aber einen häufigeren ICE-Halt in Coburg als den großen Wurf zu verkaufen ...? Dafür ein - zweifelsohne nicht gerade billiges - Gutachten in Auftrag zu geben ...? Ist das wirklich der Königsweg, um die (Landkreis-)Kronacher nachhaltig auf die Schiene zu bringen und ihren Anschluss in die große, weite Welt zu verbessern?
In Bamberg bin ich mit dem Auto in etwa einer Dreiviertelstunde im Parkdeck, unmittelbar neben dem Bahnhof. Nutze ich den Franken-Thüringen-Express, lande ich noch schneller unmittelbar am Bahnsteig. In exakt 33 Minuten.
Fahre ich mit dem Wagen nach Coburg, bin ich ähnlich lange auf Achse - die Parkplatzsuche und der Fußweg vom Auto zum Zug nicht eingerechnet. Will ich mit der Eisenbahn ab Kronach zum Coburger Bahnhof, schaffe ich das mit dem Regionalexpress in ebenfalls 33 Minuten. Wo liegt da also der wegweisende Vorteil für den Kronacher Bahnfahrer?
Vielleicht sieht es bei "Handlungsreisenden" anders aus, als beim Privatmann. Für mich persönlich ist es allerdings ziemlich belanglos, ob ich nun in Bamberg, Coburg oder Rödental in den ICE einsteige. Reisende, die einige Kilometer von unserer Kreisstadt entfernt starten, dürften da noch mehr Fragezeichen sehen. Wenn man beispielsweise ohne Auto unterwegs sein will, dann aber zwischen den Abfahrtszeiten der Busse nach Kronach zweistündige Lücken klaffen, ist es einem Fahrgast vermutlich relativ egal, ob er auf der Fahrt zum nächsten ICE-Halt fünf Minuten drauflegt.
Vielleicht sollte das Geld eher an dieser Stelle eingesetzt werden, um erst einmal wieder die Anbindungen für Pendler und Reisende innerhalb des Landkreises und in die angrenzenden Regionen zu verbessern. Oder vielleicht lässt sich eine höhere "Schlagzahl" beim Regionalexpress erreichen, um auch hier nicht den Zwei-Stunden-Takt aussitzen zu müssen. Der ICE-Halt erscheint - zumindest einem Gelegenheits-Bahnfahrer - im Verhältnis dazu als eine Küraufgabe.