Mit einem kaum noch möglichen Kraftakt holte sich der HSC 2000 Coburg II im Spitzenspiel gegen den TSV Friedberg den 27:26-Sieg und ist dem Titel wieder ein Stück näher.
Kaum einer der 350 Zuschauer hätte wohl einen Silberling auf den HSC II gesetzt, als er zur Pause mit 9:15 zurück lag.
"Der Wille kann Berge versetzen," so Jürgen Walter, sportlicher Leiter des HSC, nachdem die Mannschaft am Ende einen zwar glücklichen, aber auf Grund der Leistungssteigerung keinesfalls unverdienten Erfolg einfuhr.
Die wackeren Schwaben mussten nach der Niederlage ihren 2. Platz an den HC Erlangen II abtreten, der beim 27:25 gegen SV Anzing einige Sorgen hatte und dem HSC mit einem Abstand von sechs Punkten folgt. HaSpo Bayreuth musste sich mit einem 21:21 gegen die Bundesliga-Reserve aus Rimpar begnügen. Neuling TV Erlangen-Bruck erreichte mit dem 31:25-Erfolg bei HC Sulzbach-Rosenberg das sichere Ufer.


HSC 2000 Coburg II gegen
TSV Friedberg 27:26 (9:15)

Der starke Gast legte gut los und bis zum 4:5 immer wieder vor. Die erste Führung zum 6:5 nach nur acht Minuten brachte keine Besserung ins Spiel des HSC II, der zwar mit viel Einsatz alles versuchte, dem dann aber immer weniger gelang. Neben ganz schlechter Wurfausbeute und vielen kleinen Unebenheiten kam auch noch etwas Pech hinzu.
Friedberg nutzte dies bis zum Seitenwechsel mit 9:15. Kaum einer gab da noch etwas für die ein wenig konsterniert wirkenden Coburger, die mit Beginn der 2. Halbzeit aber wie ausgewechselt wirkten. Offensichtlich fand Trainer Ralf Baucke in der Pause die richtigen Worte, jedenfalls zeigte sich die Mannschaft in allen Aktionen wesentlich stabiler, die Abwehr wurde ein Bollwerk und die Abteilung "Attacke" ließ die Abwehr des Gegners nicht mehr zur Ruhe kommen.
Sieben Treffer durch Andersson, Franke und Karapetjan führten zum 16:18 (44.). Riesenjubel beim HSC-Anhang, als Dominik Baucke mit einem sehenswerten Rückhandwurf, zweimal Karapetjan, einem Treffer durch Kirchner und ein Treffer aus unmöglichem Winkel durch Nikola Franke den HSC II mit 21:20 (51.) die Führung brachte.
Der Kampf war aber keineswegs am Ende, denn Coburg ließ drei weitere sehr gute Möglichkeiten aus, während Friedberg nach dem Gegenstoßtreffer zum 22:22 nicht nur egalisierte, sondern in der sehr hitzigen Schlussphase nicht locker ließ. Am Ende fehlte den mutig kämpfenden Gästen aber doch etwas die lange Zeit offenbarte Energie, so dass es nach einer Aufregung wegen einer dubiosen SR-Entscheidung, zum doppelten Punktgewinn für den Tabellenführer reichte. Bei dem waren die Torleute Titze, er bewahrte vor der Pause seine Leute vor schlimmerem, und Jonas Faber, mit einigen Paraden ein guter Rückhalt.
SR: Gierke/Konwitschny (Dachau). - HSC 2000 Coburg II: Faber / Titze - Kirchner (1), Göhl (2/1), Andersson (6), Franke (6), Haupt, Karapetjan (9/2), Baucke (2), Klihm, Heil, Rivera (1). - Trainer: Ralf Baucke.


Stimmen zum Spiel

HSC-Trainer Ralf Baucke: Wir haben zwei grundverschiedene Halbzeiten gesehen. Zunächst haben wir es in der Deckung mit halber Kraft und mit schnellen Abschlüssen versucht. Für die zweite Halbzeit haben wir uns vorgenommen, pro zehn Minuten zwei Tore aufzuholen, nach 49 Minuten den Ausgleich erzielt und am Ende waren wir die glücklichere Mannschaft. Natürlich haben wir vorne deutlich besser gespielt, die Variante mit dem Pass an den Kreis hat gut geklappt und auch im Überzahlspiel haben wir clever agiert. Die Deckung hat sich stabilisiert und so ist das Spiel gekippt. Ich hatte es nicht mehr geglaubt, aber im Handball ist alles möglich.
TSV-Coach Dieter Braun: Ich gratuliere den Coburgern zu dem knappen Sieg. Es war ein ganz enges Spiel. Die 1. Halbzeit hat eindeutig uns gehört, da waren wir noch frischer. Danach hat sich aber doch bemerkbar gemacht, dass sechs, sieben Spieler durchspielen mussten. Am Schluss hatten wir den Kreisspieler nicht mehr im Griff. Wenn du in der Abwehr nicht mehr sicher stehst, dann vergibst du vorne leichtfertig auch die eine oder andere eine Chance; da kann sich das Spiel drehen.