von unserem Redaktionsmitglied 
JOsef Hofbauer

Moggast — Die Enttäuschung sitzt tief bei den Moggastern. Allerdings haben sich wohl die meisten damit abgefunden, dass die Vertreter der Stadt das Versprechen der Vorgänger, die Bürger würden bei den Dorferneuerungsmaßnahmen nicht zur Kasse gebeten, nicht einhalten können.
Die Gesetzeslage lasse keine andere Wahl, versuchten Bürgermeisterin Christiane Meyer und Erwin Horn (beide NLE) mehrfach zu erklären. Davon unbeeindruckt zeigten sich Stadtrat Christian Sponsel und sein ehemaliger Kollege Horst Distler (beide MOG). Bei dem Druck, der seitens der Aufsichtsbehörde in Sachen Straßenausbau-Beitragssatzung aufgebaut worden sei, habe er von der Bürgermeisterin politisches Rückgrat vermisst, verdeutlichte Sponsel. Er habe sich allein gelassen gefühlt.
Thomas Kormann versuchte anhand einer Powerpoint Präsentation zu verdeutlichen, dass die Einführung der Straßenausbau-Beitragssatzung keineswegs die Lösung aller finanziellen Probleme sein könne. Kormann belegte, dass Ebermannstadt, Gößweinstein und der Markt Wiesenttal mit einem Grundsteuer-Hebesatz von 480 Punkten oberfrankenweit an der Spitze liege. Deshalb habe sich die Grundsteuer, die auch für Straßenbaumaßnahmen verwendet werden sollte in den letzten zehn Jahren verdoppelt. "Und jetzt sollen wir durch die Straßenausbau-Beitragssatzung noch einmal zur Kasse gebeten werden. Das geht nicht. Dann muss zumindest die Grundsteuer wieder gesenkt werden", forderte Kormann.
Ein Antrag, den Bürgermeisterin Meyer als Hausaufgabe mitnahm. Sie verdeutlichte aber auch, dass die Grundsteuer Erhöhung keine Kompensation für die Dorferneuerungsmaßnahmen darstellen konnte. "Da hätte der Hebesatz im vierstelligen Bereich liegen müssen, zwischen 1500 und 2000 Punkten", so Meyer. Sie versicherte, dass jede Baumaßnahme der letzten 20 Jahre von der Aufsichtsbehörde bewertet werde. Sobald die Beiträge berechnet seien, werde jede Maßnahme im Rahmen einer Bürgerversammlung vorgestellt. "Jeder weiß dann, was auf ihn zukommt. Niemand wird von einem Bescheid überrascht", versprach Christiane Meyer, die eingestand, dass die Diskussion um die Straßenausbau-Beitragssatzung sehr viel Unmut hervorgerufen habe. Gleichwohl sei Moggast zu einem Schmuckstück geworden. Deutlich werde das unter anderem an den stilvollen Straßenlaternen, die von den Bürgern bezahlt wurden.
Zuvor hatte die Bürgermeisterin in einem einstündigen Vortrag die Finanzsituation der Kommune in Erinnerung gerufen - ohne Stadtwerke und Schulverband bleiben von den 20,3 noch 11,9 Millionen Schulden - und den Weg zum Erlass der Straßenausbau-Beitragssatzung Revue passieren lassen. Meyer verwies auch auf die finanziellen Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft und nannte dafür Straßen-Sanierungen, die Sanierung des Kindergartens St. Marien oder den Kanal-Anschluss von Buckenreuth.
Die Wünsche der Moggaster hielten sich in Grenzen. Ein Treffpunkt für die Jugend im Winter und eine zeitnahe Sanierung von Ortsstraßen, um größere Schäden zu vermeiden, standen an oberster Stelle. Auch einen "Wirtschafts-Tipp" erhielt die Bürgermeisterin mit auf den Heimweg. "Sparen fängt im Kleinen an", fand Georg Knoll. Die Fahrzeugflotte der Stadt auf Ebermannstadter Kennzeichen umzurüsten, hielt er für Geldverschwendung.