von unserem Mitarbeiter Heinz Hausmann

Neuengrün — Der Dekanatsrat Kronach und der Dekanatsrat Teuschnitz sowie die Kuratiegemeinde Neuengrün-Wolfersgrün laden am nächsten Samstag, 6. September, zur 69. Friedenswallfahrt nach Neuengrün bei Wallenfels ein. Männer um Heimatdichter Andreas Bauer haben unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg die Heimkehrerwallfahrt, die später in Friedenswallfahrt umbenannt wurde, ins Leben gerufen.

Abholung um 18 Uhr

In diesem Jahr werden um 18 Uhr die Wallfahrer am Ortseingang von der Blasmusik Neuengrün-Schlegeshaid abgeholt und ziehen zur Kirche. Nach der Begrüßung durch Ortspfarrer Pater Jan Poja, CR, erfolgt die Übergabe der Friedensstandarte von der Soldatenkameradschaft Rothenkirchen an die Pfarreien und Soldatenkameradschaften der Marktgemeinde Pressig. Diese verpflichten sich für ein Jahr monatlich jeweils eine Friedensbetsstunde abzuhalten. Die Friedensstandarte wurde vor 15 Jahren in Rom von Papst Johannes Paul II. gesegnet.
Nach drei Betstunden findet die Lichterprozession mit Regionaldekan Thomas Teuchgräber, Dekan Michael Dotzauer und weiteren Geistlichen zum Friedenskreuz oberhalb des Dorfes statt, wo der Wortgottesdienst mit Predigt von Kaplan Sven Raube Kronach abgehalten wird.
Er war vor seinem Theologiestudium acht Jahre bei der Bundeswehr und auch im Ausland im Einsatz. Anschließend ist auf dem Dorfplatz die Eucharistiefeier mit mehreren Geistlichen. Während der Betstunden besteht auch die Möglichkeit zur Beichte. Viele Gläubige aus dem gesamten Frankenwald werden erwartet.

Gnadenbild wird mitgetragen

Das Gnadenbild von Neuengrün wird bei der Lichterprozession mitgetragen. Nach einer mündlichen Überlieferung soll es unmittelbar in der Zeit vor der Reformation von einem unbekannten Meister geschaffen worden sein. Da das Jesuskind große Ähnlichkeit mit dem bekannten Prager Jesulein aufweist, sprach man die Statue einem böhmischen Bildschnitzer zu. Diese Ansicht hielt sich von Anfang an bis in unsere Zeit.
In den zurückliegenden 68 Jahren kamen zu der jährlichen Friedenswallfahrt viele tausende Menschen, die alle gestärkt und in großer Dankbarkeit die Gebetsnacht von Neuengrün erlebten. Auch heute ist es wichtig, 69 Jahre nach Kriegsende, für den Frieden in der Welt zu beten. Unfrieden und Hass gibt es ständig. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es bisher viele kriegerische Auseinandersetzungen bis in die heutigen Tage.
Die Menschen in der Bundesrepublik haben allen Grund zu danken, für Frieden in Freiheit, den sie erleben dürfen und für die Wiedervereinigung ohne Blutvergießen.