Bamberg — Von 2009 bis 2013 wurde das Projekt "Urbaner Gartenbau" durch das Zentrum Welterbe Bamberg und die Landesgartenschau Bamberg 2012 GmbH erfolgreich durchgeführt. Um das Erreichte dauerhaft zu sichern und bislang ungenutzte Potenziale zu erschließen wurde eine ämterübergreifende Arbeitsgruppe in der Stadtverwaltung geschaffen. Sie hat einer Pressemitteilung aus dem Rathaus zufolge kürzlich ihre Arbeit aufgenommen. Grundlage sei ein einstimmiger Beschluss des Kultursenats.
Insgesamt wurden beim Modellprojekt "Urbaner Gartenbau" rund 1,3 Millionen Euro investiert. Es zielte darauf, den Erwerbsgartenbau in der zum Unesco-Welterbe gehörenden Gärtnerstadt zu erhalten und weiterzuentwickeln. Ein Hauptaugenmerk galt der Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung für das gärtnerische Erbe, es zu fördern und das Viertel touristisch zu erschließen. Dies geschah insbesondere durch die Einrichtung des Rundwegs durch die Gärtnerstadt im Zuge der Landesgartenschau.
Die neu gegründete Arbeitsgruppe hat, wie es weiter heißt, Möglichkeiten zur Fortführung des Projektes diskutiert - darunter verschiedene Ansätze zur Nutzung der innerstädtischen Gartenflächen und der Einrichtung eines Quartiermittelpunktes. Ein solcher könnte der Vermittlung gärtnerischer Themen dienen und die Aufenthaltsqualität in der Gärtnerstadt erhöhen. Außerdem soll die Kooperation zwischen dem Verein Bamberger Sortengarten und den lokalen Bildungseinrichtungen, insbesondere Schulen, weiter ausgebaut werden.

Überregionale Aufmerksamkeit

Laut Patricia Alberth, Leiterin des Zentrums Welterbe Bamberg, tragen die Bemühungen um die Gärtnerstadt inzwischen erkennbar Früchte: "Die steigenden Besucherzahlen des Gärtner- und Häckermuseums ebenso wie die Anfragen von Medien aus ganz Deutschland zeigen die Attraktivität des Themas Urbaner Gartenbau." Aber auch international finde das gärtnerische Erbe Bambergs auf großes Interesse. So präsentiere sich die Gärtnerstadt derzeit auf einer internationalen Ausstellung der Unesco in Venedig, bei der die Lebensmittelnachhaltigkeit im Mittelpunkt steht. "Das Gärtnerviertel mit seinen innerstädtischen Erwerbsgärten ist unmittelbarer Bestandteil des Welterbes. Seine Erhaltung ist unerlässlich, um den Welterbetitel nicht zu gefährden", so Alberth. red