von unserer Mitarbeiterin Gabi Arnold

Weitramsdorf — Die Leiterin des Kindergartens, Karin Döll, ihr Team und die Kinder freuen sich: Nur noch ein paar Wochen, dann ziehen sie vom Containerdorf "Taka-Tuka-Land" ein paar Meter weiter in den Neubau der "Villa Kunterbunt". Dort gibt es eine Besonderheit: Es wird ein Kinderrestaurant eingerichtet - mit allem, was dazu gehört. Um Tische, Stühle oder Geschirr zu finanzieren, haben die Kinder Sparhäuschen bemalt, die an verschiedenen Orten verteilt werden. Nun hoffen alle Beteiligten, dass die Häuschen von Bürgern reichlich mit Geld gefüllt werden.
Einen genauen Termin kann Pfarrer Michael Meyer zu Hörste zwar noch nicht nennen. Aber er rechnet "spätestens Anfang Mai " mit der Fertigstellung des neuen Hauses. Bei der Planung wünschten sich Meyer zu Hörste, Karin Döll und das Team einen extra Raum, um in Ruhe Mahlzeiten einzunehmen. "Das Thema gesundes Essen ist ein Teil unseres pädagogisches Konzeptes", sagt Karin Döll. Dazu gehören laut Döll gemeinsame Mahlzeiten, viel Obst und Gemüse zum Frühstück, regelmäßige Bewegung und auch das Zähneputzen.

Hier spielen, dort essen

Wenn die Kleinen morgens ankommen, können sie sich beispielsweise an einem Frühstücksbuffet mit Obst und Gemüse versorgen. Im alten Gebäude, sagt Döll, habe es an Platz gemangelt, um das Konzept auf ansprechende Weise umzusetzen: "Wir hatten keinen extra Raum, wir sind mit dem Büfett auf den Gang ausgewichen." Das Mittagsessen haben die Kinder vorher in den Gruppen zu sich genommen. Im Neubau soll die Idee nun realisiert werden: Spielen und Essen, dies soll in von einander getrennten Räumen geschehen. Deswegen soll auch ein Restaurant und kein Bistro - dass für eine Schnellimbiss stehe - verwirklicht werden. Aber: "Kinderrestaurants sind in der eigentlichen Kindertagesstättenplanung nicht vorgesehen," erklärt Pfarrer Meyer zu Hörste.
Als Voraussetzung sollte die Kirchengemeinde als Träger den finanziellen Beitrag leisten. Immerhin 150 000 Euro müssen demnach in das Restaurant investiert werden. An diesem Punkt kam Patricia Goldbach-Keim ins Spiel: Sie ist als "Fundraising-Referentin" im Dekanat Coburg dafür zuständig, finanzielle Quellen zu erschließen. "Wir haben verschiedene Ideen durchgespielt und eine davon sind die Sparhäuschen", erzählt sie. Diese sind als ein Mosaiksteinchen eines originellen Finanzierungsmodells zu verstehen.
Der Elternbeirat, vertreten durch Christian Patzer, unterstützt die Aktion und hat 50 Holzhäuschen gekauft, die die Kinder farbenfroh bemalt haben. Patzer wird die Häuschen an die Eltern verteilen mit der Bitte, diese im Umfeld füllen zu lassen. Außerdem werden die Bürger in den Geschäften und Läden in der Gemeinde Weitramsdorf die Häuschen finden.

Dorn macht gerne mit

Patricia Goldbach-Keim geht sogar noch einen Schritt weiter, sie hofft, dass auch Arbeitgeber (auch in Coburg), diese Idee unterstützen und die Summe aufrunden. "Nach dem Motto tue Gutes und rede darüber", sagt die Fundraising-Referentin. Parallel dazu schreibt sie in diesen Tagen verschiedene Stiftungen an und bittet außerdem per Mail Unternehmen um Spenden. Die Apothekerin Anita Dorn hat sehr gerne und spontan die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen. "In der Kindheit werden die Weichen gestellt, um so wichtiger ist es schon im Kindergarten mit einer gesunden Ernährung zu beginnen," sagte sie.