Bad Staffelstein — Am Dienstag wurde auf dem Staffelsteiner Friedhof die neue Urnenwand durch die Stadtpfarrer Georg Birkel (katholisch) und Matthias Hagen (evangelisch) gesegnet. Die Zeit zwischen Planung und Realisierung dauerte nicht einmal ein Jahr. "Im Oktober oder November dürften wir mit dem Bau begonnen haben. Wir mussten hier erst einmal grundlegende Arbeit leisten.Hier war letztes Jahr noch ein Sumpfloch", sagt Stadtbaumeister Andreas Ender.
An dieser Stelle entsteht nun ein Kolumbarium - so wird ein oberflächiger Raum zur Aufbewahrung von Urnen bezeichnet. Die Bebauung des Areals ist noch nicht ganz abgeschlossen: Eine dritte Wand mit drei offenen Zaunelementen sowie eine Betonmauer mit Durchbruch in Kreuzform soll noch mit dazu kommen.
Walter Mackert, Seniorenbeauftragter der Stadt Bad Staffelstein, ist froh, dass das Projekt so schnell "aus dem Boden gestampft" werden konnte. "Auch von älteren Leuten wurde der Wunsch nach einer Urnenwand immer wieder an mich herangetragen. Ich bin heilfroh, dass es so schnell geklappt hat." Von der Planung bis zur Realisierung habe es nicht einmal ein Jahr gedauert. Die ersten beiden Teile wurden nach dem Beschluss sofort gebaut. "Der dritte Teil steht nächstes Jahr im Finanzplan", sagt Jürgen Kohmann (CSU), Bürgermeister von Bad Staffelstein. Er wurde mit dem Thema vor einiger Zeit konfrontiert und habe mit Andreas Ender überlegt, was getan werden könnte.Wichtig war dem Bürgermeister dabei, den theologischen Aspekt der Auferstehung mit einzubeziehen.
Der Steinguss, der an der Urnenwand angebracht ist, wurde von Künstler Clemens Muth gefertigt. Er zeigt eine Szene aus dem Lukasevangelium: Zwei Frauen kommen zur Grabeshöhle, finden aber nur einen Engel vor, der auf dem zurückge rollten Stein sitzt. "Das Sitzen des Engels bedeutet, dass hier Zeit für die Trauernden ist, jemand, der auch zuhören kann", sagt Muth. mtu