Zur Diskussion um einen möglichen Nationalpark Frankenwald ging uns folgende Lesermeinung zu:

Die derzeitigen Diskussionen lösen Entsetzen bei mir aus. Erst kürzlich konnten wir uns über die Auszeichnung "Waldgebiet des Jahres" freuen. Was bedeutet diese Auszeichnung für uns? Man wird nur zum Waldgebiet des Jahres durch Nützen und Schützen.Was unsere Vorfahren Jahrzehnte erhalten und gepflegt haben, trägt auch dazu bei. Wer schon des Öfteren im wunderschönen Frankenwald unterwegs war, stellt fest, dass die Arbeit der letzten Jahre Früchte trägt, z. B. Anlage von Biotopteichen, die zur Erhaltung naturgeschützter Tierarten beitragen, Errichtung von zahlreichen Rastmöglichkeiten für Wanderer. Des Weiteren konnten wir in den letzten Wochen vermehrt feststellen, dass sich der seltene Schwarzstorch wieder bei uns in größerer Zahl heimisch fühlt. Soll dies alles außer Acht gelassen werden für etwas mehr Tourismus, der sich meiner Meinung nach auch dann nicht deutlich steigern wird?
Denn wer die Natur sucht, der braucht keinen Nationalpark mit Einschränkungen, der kann auch jetzt schon die wunderbare Natur mit ausgezeichneter Beschilderung und gepflegten Forst- und Wanderwegen genießen. Wenn sich bestimmte Politiker den Tourismus als Heilsbringer für die Region erhoffen, dann braucht man keinen Nationalpark, sondern sollte in die bereits bestehenden Attraktionen und Sehenswürdigkeiten investieren und diese aufwerten.
Wenn ein Baumwipfelpfad von der Politik als Bereicherung für unsere Region gesehen wird, dann sollte dies auch ohne Nationalpark möglich sein. Wir sollten uns allerdings die Frage stellen, welche Urlauber noch zusätzlich angesprochen werden sollen? Vielleicht der Wanderer, der sowieso schon auf dem Rennsteig oder Frankenwaldsteig unterwegs ist, oder diejenigen, die für billiges Geld in der halben Welt herumfliegen und dies auch in Zukunft tun. Unsere Politiker sollten sich mit dem gleichen Elan wirklich existenzieller Probleme widmen, die unsere Zukunft betreffen, nur um einige Beispiele zu nennen: Hausarzt-/Notarztversorgung im nördlichen Landkreis, Wasserversorgung, Verkehrsanbindung und vor allem gut bezahlte Arbeitsplätze in der Region, die über dem Mindestlohn liegen. Denn das Einzige was die Politik mit der ganzen Diskussion wirklich erreicht hat, ist die Spaltung des Landkreises in schwieriger werdenden Zeiten, die Zusammenhalt fordern. Gratulation!

Julia Schorn
Steinbach am Wald