"Diese Niederlage kann ich nicht akzeptieren", lautete das knappe Fazit von Uli Hillebrand. Der neue Coach der Bezirksoberliga-Handballer der Turnerschaft Lichtenfels traf mit seinem Team zum Saisonstart auf eine nahezu gleichstarke SG Marktleuthen/Niederlamitz. Diese nutzte allerdings den etwas gehemmten Auftritt ihres Gastes zu einem 30:24 (12:8)-Heimerfolg aus.
Auf Rekordjagd befand sich am Sonntag die HG Kunstadt im Heimspiel gegen den Aufsteiger TV Ebern. Dass die 50-Tore-Marke am Ende knapp nicht erreicht wurde, war zweitrangig. Vielmehr spiegelte der Endstand von 48:21 (20:8) wider, über welche Offensivkraft die Kunstadter verfügen, wenn sie über 60 Minuten Ernst machen.
SG Marktleuthen/Niederl. -
TS Lichtenfels 30:24
Der verletzte Lichtenfelser Torjäger Andreas Kraus konnte das Geschehen nur von der Tribüne aus beobachten und sah - genauso wie die stattliche TSL-Fangruppe - sein Team auf dem Feld, das in der ersten Halbzeit viel zu wenig Durchschlagskraft und in Halbzeit 2 Defizite in der Verteidigung zeigte. Die TSL lief stets einem Rückstand hinterher. Vor ernste Probleme wurde die Deckung der Gastgeber nur selten gestellt. In dem sehr fairen Spiel agierten die SGler wacher, schneller und zielstrebiger, wobei sie allerdings oftmals von der stabilen Lichtenfelser Abwehr und dem gut postierten Torhüter Tim Renner ausgebremst wurden. In den ersten 20 Minuten fielen deshalb nur wenige Treffer.
Das Lichtenfelser Spiel lief hauptsächlich über den Rückraum; für die Außen und den Kreis ergaben sich kaum Lücken. Schwache Abschlüsse, auch bei Kontern, und mehrere technische Fehler der Korbstädter brachten die Heimmannschaft immer besser in die Partie. Erst nach dem 9:3 (21.) ging ein kleiner Ruck durchs Gästeteam. Nun ergaben sich Chancen über den Kreis, die Alexander John und vor allem Simon Schröck nutzten, um bis zur Pause auf 8:12 zu verkürzen.
Wesentlich lockerer und mit viel Tempo begannen die Lichtenfelser die zweite Hälfte. Der junge Joris Rießner leitete auf der Spielmacherposition ein druckvolles Spiel ein und glänzte zudem als Vollstrecker. Philipp Rödel und Cornelius John trafen ebenfalls aus der zweiten Reihe und sorgten mit dem 10:13 (34.) für Hoffnung. Hingegen verzeichnete die TS nun eklatante Schwächen in der Deckung. Viel zu oft wurde der eingewechselte Torhüter Michael Macheleid im Stich gelassen. Mehrere Zeitstrafen trugen außerdem dazu bei, dass sich die SG durch den schnellen Jakob Kassing, wieder deutlicher absetzte (19:13, 41.).
Die Hillebrand-Mannschaft kam nach dem 17:24 lediglich noch auf fünf Tore ran. Sechs Strafzeiten in den letzten 13 Minuten führten zu einer permanenten Überzahl der Gastgeber, sodass der Vorsprung deutlich blieb.
SG Marktleuthen/Niederlamitz: John, Bayer - Reinel (5), Oswald (3), Wiedel (4/2), Fürbringer (4), Berger (1), Wunderlich (1), Richter, Ja. Kassing (7), Sturm (1), Dietel, Jo. Kassing (1), Zapf (3) / TS Lichtenfels: Renner, Macheleid, Ottolinger - Rödel (2), A. John (1), Brunner, Schulze (1), Rießner (4), Schröck (4), Tremel (4), Mahler (1), Opitz (1), Söllner, C. John (6/4) / SR: Mirwald, Wiskoljan (Bamberg)
HG Kunstadt - TV Ebern 48:21
HGK-Coach Kostja Zelenov war nach der einseitigen Partie vor allem damit zufrieden, dass seine Mannschaft im Gegensatz zur Vorwoche diesmal über 60 Minuten das Tempo hoch hielt. Das Team von Gästecoach Matthias Batzner erlitt nach dem Aufstieg ohne Niederlage aus der Vorsaison eine Bauchlandung und den Beweis dafür, dass zwischen den beiden Ligen ein gewaltiger Unterschied besteht.
Ebern war sowohl in Angriff wie auch Abwehr heillos überfordert. Gästetorhüter Robert Bartsch bekam kaum einen Ball zu fangen, wurde aber auch von seinen Vorderleuten im Stich gelassen. Die HG sorgte mit den Treffern zum 5:0 (6. Min.) und 13:3 (20.) schnell für klare Verhältnisse. Oester & Co. konnten im Angriff fast nach Belieben schalten und walten. Vor allem HGK-Neuzugang Sergey Trotsenko, der in der Vorwoche teilweise von zwei Gegenspielern abgeschirmt wurde, genoss seine Freiheiten, die ihm der TVE gestattete, zu teils spektakulären Treffern zu kommen. Doch auch David Jung, Lukas Heppner und der gewohnt spielfreudige Anton Lakiza waren oft mehr als nur einen Schritt schneller als die behäbig wirkenden Gäste.
Unter diesen Voraussetzungen schmerzte auch das Fehlen von Marco Scholz, Michael Deu-ber, Daniel Maile, Marius Petersen und Hannes Beuerle kaum. Andrei Stirbati musste erst gar nicht eingreifen. Bei einem Halbzeitstand von 20:8 hatten die zweiten 30 Minuten teilweise den Charakter eines Trainingspiels. Einen starken Eindruck hinterließ Kunstadts junger Torhüter Dominic Groh. mts
HGK: Kießling, Swoboda, Etterichretz, Groh - Trotsenko (15), O. Oester (8), N. Oester (8/1), Jung (8), Heppner (5), Lakiza (2), Zelenov (2), Stirbati / TVE: Bartsch, Weis - Müller (6/2), Weiß (6), Hippeli (3), Görtler (2), Haberl (2), Kammer (1), Aumüller (1), Geuß, Hohmann, Jünger, Feldmann / SR: Cyranek, Posanski (Coburg-Neuses)