von unserem Mitarbeiter Günther Geiling

Ebelsbach — Das Fest seiner goldenen Hochzeit konnte gestern in Ebelsbach ein Ehepaar feiern, das in den letzten Jahrzehnten ohne Zweifel in vielerlei Hinsicht Ebelsbach mitgeprägt hat. Es sind der langjährige Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Ebelsbach, Anton Thoma, sowie seine Frau Therese, eine geborene Geßner, die heute noch als Leiterin der Schönstattgruppe tätig ist.
Dem Jubelpaar gratulierten Tochter Christine sowie Sohn Georg, der mit seiner Familie und den zwei Enkeln seit 1995 auf der Insel Maui/Hawaii lebt. Für die Gemeinde Ebelsbach überbrachte der Bürgermeister Walter Ziegler (BNL) die offiziellen Glückwünsche.
Anton Thoma ist ein Ebelsbacher Urgewächs und schlug nach seiner Schulausbildung in der Gemeinde die Verwaltungsausbildung ein. Seine Frau Therese stammt aus Haard bei Bad Kissingen und lernte Metzgereiverkäuferin, da viele Personen aus der Familie und der Verwandtschaft in diesem Berufszweig tätig waren.
Eine besondere Bewandtnis mit Ebelsbach hatte es dann für Therese, dass ihr Bruder Willi Geßner 18 Jahre lang, von 1960 an, Pfarrer in Ebelsbach war und sie öfters aus der Rhön hierher kam. Dabei lernte sie ihren Mann Anton kennen. 1965 wurde in Ebelsbach geheiratet. Sicher auch eine Besonderheit ist, dass Anton Thoma seine Braut Therese aus dem Pfarrhaus abholte und sie in die damalige alte Kirche von Ebelsbach geleitete. Wegen der Verbindungen in die Rhön veränderte sich Anton Thoma nach der Heirat beruflich: Er wechselte nach Münnerstadt und später in die Verwaltung einer Kurklinik in Bad Kissingen. Der damalige Bürgermeister von Ebelsbach, Friedrich Wilhelm von Rotenhan, war aber der "Schuldige" für die Rückkehr in die Heimat, und zwar in die Gemeindeverwaltung. Dort durchlief Thoma einige Sachgebiete, bis man ihm die Kasse und die Kämmerei übertrug.
Von der Gründung der VG Ebelsbach bis zu seinem Eintritt in den verdienten Ruhestand war er Kämmerer. Er versah dieses Amt mit einer besonderen Sachkompetenz unter den Bürgermeistern Friedrich Wilhelm von Rotenhan, Emil Däschner und Werner Mantel.
Schwerpunkte während dieser Zeit waren die Gründung der VG Ebelsbach und der Bezug des Verwaltungsgebäudes, das gerne als "Milewskis Schuhschachtel" bezeichnet wurde. Es war ein Fertigbau der Zeiler Firma, den man dort abgebaut und in Ebelsbach wieder aufgestellt hatte. Später kam der Umzug der Verwaltung in das Schlossareal von Gleisenau, bei dem es heißt, "dass Anton Thoma Tausende von Berechnungsmodellen für den Erwerb dieser Immobilie erstellte". Auch große Kanalbauarbeiten und Dorferneuerungsmaßnahmen in den Mitgliedsgemeinden oder die Sanierung der Schule in Ebelsbach zählten zu den Schwerpunkten seiner Arbeit.
Auch im gesellschaftlichen Leben und in den Vereinen von Ebelsbach war das Ehepaar stets präsent. Beide sind seit 1968/69 beim CSU-Ortsverband und seit 1984 bei der Theatergruppe Ebelsbach. Anton Thoma war ein Original auf der Theaterbühne. Der langjährige Theaterregisseur Dieter Kraft brachte gerade dieses Talent auf den Punkt: "Er war stets ein engagiertes Mitglied und ein brillanter Schauspieler, der in seinen Rollen glänzte und es verstand, das Publikum in seinen Bann zu ziehen und auch zum Lachen zu bringen."
Aber auch der Gesang lag Anton Thoma am Herzen, weswegen er in der Schola und im Chor mitsang und mit Solopartien glänzte. So hat er oftmals in der Kirche die Passion gesungen.
Ein weiteres Talent übte Anton Thoma mehr im Verborgenen oder zu Hause aus, nämlich die Malerei. Sein Haus gleicht einer kleinen Kunstausstellung, denn mehr als 30 Gemälde schmücken die Wände. Darunter ist das Schloss Ebelsbach in allen Facetten, man findet viele Blumenmotive und Landschaften der Toscana - in Aquarell oder nach Bob Ross getupft. Im April soll sogar mit diesen persönlichen Kunstwerken und einigen Geschenken anderer Maler im Kunsthaus "ars vivendi" in Ebelsbach eine Ausstellung stattfinden.
Therese Thoma ist heute noch die Leiterin der Schönstattgruppe und in der Kirche als Kommunionhelferin sowie Lektorin tätig. Ferner gehörte sie dem Pfarrgemeinderat an. Bekannt ist sie auch durch ihren Strickkreis. Die Produkte werden über die Missionszentrale in Schönstatt in alle Welt verschickt, an die Caritas in Haßfurt für Kinder weitergegeben oder zurzeit auch nach Russland versandt.
Den Lebensabend verbringt das Jubelpaar im eigenen Haus in Ebelsbach, wo Anton Thoma aus gesundheitlichen Gründen auf "seine rechte Hand Therese" angewiesen ist und sich über ihre Hilfe freut.