Ein 26-jähriger Kulmbacher stand unter Verdacht, in den vergangenen beiden Jahren geringe Mengen der Droge Crystal Speed erworben und weiterverkauft zu haben. Außerdem wurde der bereits Aktenkundige von seiner Exfreundin des Hausfriedensbruches sowie der Körperverletzung bezichtigt.
Im ersten Fall lautete der Vorwurf, der Angeklagte habe von einer Bekannten etwa 0,1 Gramm der gefährlichen Droge für 20 Euro erworben. Laut Aussage des 26-Jährigen sei diese Menge nicht zum Eigenbedarf bestimmt gewesen, sondern ohne Gewinn weiterverkauft worden, nachdem jemand ihn darum gebeten hatte.


Zweiter Vorwurf

Während der Angeklagte diese Tat zugab, stritt er einen zweiten Vorwurf ab. Nach Aussage einer weiteren Zeugin habe der Angeklagte von ihr ebenfalls Crystal im Wert von 100 Euro gekauft. Das entspräche einer Menge von ungefähr einem Gramm.
Sie habe ihn Ende des Jahres 2015 über einen längeren Zeitraum regelmäßig in dessen Wohnung besucht, wo sie - so die Zeugin - auch häufig gemeinsam Crystal konsumiert hätten. Sowohl den Kauf als auch den Konsum stritt der Angeklagte mehrfach ab. Er ist nach eigenen Angaben "clean".
Bis Mai 2016 hatte er ein Jahr lang regelmäßig Urinproben zur Untersuchung abgeben müssen. Bei diesen bestand laut Richterin Sieglinde Tettmann zwar der Verdacht, dass das Blut zur Manipulation künstlich verdünnt worden sei, insgesamt fielen die Tests jedoch negativ aus.
Seine Exfreundin erstattete gegen ihren früheren Lebensgefährten Anzeige, da dieser sich Ende des Jahres 2015 über mehrere Wochen lang unerwünscht in ihrer Wohnung aufgehalten habe. Sie habe ihrem Exfreund - so gab sie zu - " zunächst freiwillig Asyl gewährt", nachdem diesem die Wohnung gekündigt worden war.
Die junge Mutter habe sich davon vor allem Unterstützung im Haushalt und bei der Erziehung der gemeinsamen Tochter erhofft. Zwar habe der Angeschuldigte diese Aufgaben anfangs erfüllt, die Zeugin selbst jedoch sei durch Angehörige, die sich in ihre Erziehung und Familienverhältnisse eingemischt hätten, zunehmend unter Druck geraten.


Angeklagter reagierte nicht

Nachdem der Beklagte auf mehrfache freundliche Bitten, die Wohnung zu verlassen, nicht reagiert habe, kontaktierte die Mutter die Polizei. Diese sorgte dafür, dass der Angeklagte die Wohnung verließ. Auch beschuldigte die Exfreundin ihren ehemaligen Partner der Körperverletzung.
Eines Abends sei ein Streit zwischen den beiden so eskaliert, dass er sie geschubst habe, so dass sie zu Boden gefallen sei. Dabei habe sie sich mehrere blaue Flecken zugezogen, die nach Eigenangaben auch nach Wochen noch zu sehen gewesen seien.
Anders stellte die Situation der 26-Jährige dar. Dieser betonte, dass er seine Exfreundin davon habe abhalten wollen, mit dem Auto fortzufahren. Sie habe zu diesem Zeitpunkt unter dem Einfluss starker Antidepressiva gestanden und wäre somit fahruntauglich gewesen. Daraufhin bestätigte die Zeugin ihren Konsum diverser Psychopharmaka.


Staatsanwalt will sechs Monate

Staatsanwalt Stefan Kolb sah für die Anklagepunkte ein Strafmaß von insgesamt sechs Monate Freiheitsstrafe als angemessen an. Strafverteidiger Andreas Piel betonte jedoch, dass im Fall der Körperverletzung nur eine "relativ geringe kriminelle Energie vorliege", da sein Mandant zum Schutz der Mutter sowie anderer Verkehrsteilnehmer gehandelt habe.
Dem Angeklagten, der juristisch längst kein unbeschriebenes Blatt mehr ist, bringt dieser Einwand nur wenig:


Schon früher straffällig

Bereits 2011 und 2014 wurde der stark Verschuldete straffällig: Wegen groben Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie Waffenbesitzes war er zu einem Jahr und sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden.
Weitere fünf Monate Freiheitsentzug lautete nun das gestrige Urteil.