Coburg — "Innovativ, kreativ und manchmal provokant." Mit diesen Merkmalen beschrieb der Präsident der IHK zu Coburg, Friedrich Herdan, die herausragenden Abschlussarbeiten der Hochschule Coburg. Zum 36. Mal verlieh die Industrie- und Handelskammer den glücklichen Absolventen ihren Preis.
Entgegen den IHK-Statuten wurden heuer fünf statt vier Absolventen für ihre herausragenden Abschlussarbeiten ausgezeichnet. Ein "Akt der Gerechtigkeit", wie Herdan es formulierte. "Man kommt nicht umhin, so hervorragende Arbeiten auszuzeichnen." Dotiert ist der IHK-Preis mit je 1000 Euro.
Der IHK-Präsident erinnerte in seiner Laudatio an einen Ausspruch des griechischen Politikers und Feldherren Perikles: "Beurteilt die Menschen nicht nach ihrer Herkunft, sondern nach ihrer Leistung". Dieses Zitat beschreibe recht deutlich den Anlass für die Veranstaltung, nämlich herausragende Leistungen von fünf Coburger Hochschul-Absolventen zu würdigen.
Der Präsident der Coburger Hochschule, Michael Pötzl, griff den Ausspruch in seiner Rede auf und verwies darauf, dass seine Einrichtung nicht nur die Aufgabe habe, die jungen Leute fachlich hervorragend auszubilden, sondern ihnen auch in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zur Seite zu stehen.
Eine der Prämien erhielt Jennifer Göbel für ihre Bachelorarbeit. Sie hatte sich während des Studiums vertiefend mit energieeffizientem Bauen beschäftigt. In ihrer Arbeit untersuchte sie den sommerlichen Wärmeschutz und machte die Unterschiede des neuen Verfahrens (vom Oktober 2011) zum alten deutlich. Außerdem überarbeitete sie das Gebäude-Simulationsprogramm "TRNSYS".
Eine weitere Auszeichnung erhielt Katja Endres aus dem Studiengang Soziale Arbeit. Sie verfasste ihre Masterarbeit zum Thema "Schulische Leistungen von Kindern mit Migrationshintergrund in der Grundschule". Endres führte vergleichende Studien über Kinder in Ganztages- und Halbtagesklassen an der Heimatringschule Coburg durch. Zwar konnte die junge Frau bei den Noten keine Unterschiede feststellen, im sozialen Miteinander habe es die aber durchaus gegeben, so das Ergebnis ihrer Forschungen.

Vier Frauen und ein Mann

Der einzige männliche Preisträger, Tobias Ebert (Maschinenbau), hatte im Rahmen seiner Diplomarbeit für das Unternehmen Robert Bosch in Bamberg ein innovatives Konzept für Vibrations-Wendelförderer erstellt. Wie Herdan ausführte, sei es bisher nicht möglich, einen Förderer für mehrere Aufgaben innerhalb kürzester Zeit und mit vertretbaren Kosten umzubauen. Ebert habe "vielversprechende Lösungen" gefunden, betonte der IHK-Präsident.
Kristin Götz verfasste ihre Masterarbeit zum Thema "Molekulare Wechselwirkungen zwischen konventionellem Dieselkraftstoff und Biodiesel". Sie habe sich damit auf ein recht neues Gebiet gewagt, an dem zurzeit weltweit geforscht werde, erläuterte Herdan. Die in der Masterarbeit gewonnen Erkenntnisse seien zudem Grundlage für de weiterführenden Arbeiten im Projekt Diesel R33. Nun peilt Kristin Götz die Promotion an.
Carolin Wachter, die fünfte Preisträgerin im Bunde, hatte in ihrem Studiengang Versicherungswirtschaft die Bachelorarbeit "Telearbeit und gesellschaftlicher Wandel" verfasst. Anhand sogenannter Megatrends untersuchte sie die Möglichkeit und den Sinn von Telearbeit. Das Ziel ihrer Arbeit war es, die Einung von Telearbeit für die Abteilung Kundenbetreuung der HUK-Coburg zu prüfen. Wachter sah die Telearbeit als zukunftsfähig an. em