Bereits seit etwa 25 Jahren organisiert die Kreisverkehrswacht unter dem Motto "Könner durch Er-fahrung" Fahrsicherheitskurse für junge Fahranfänger. Als Schirmherr dieser Einrichtung lädt der Landrat Christian Meißner (CSU) regelmäßig alle Führerscheinneulinge zu dem kostenlosen Fahrsicherheitstraining ein. Da aber nur ein relativ kleiner Prozentsatz die Gelegenheit wahrnimmt, schrieb der Landrat diesmal Verantwortungsträger wie Bürgermeister und Polizei an.
Seine Bitte: Als erfahrene Fahrzeugführer vorbildhaft an dem Fahrsicherheitskurs teilnehmen. Die beiden Fahrlehrer Karl Brendel und Sandra Lieke gaben zunächst einige wichtige Tipps, die man allgemein als Fahrer beachten müsse. Die richtige Sitzhaltung: Die Knie sollten leicht angewinkelt sein. Sitze man mit durchgestreckten Knien zu weit hinten, könne es im Fall eines Unfalls zu schweren Hüft- und Beinverletzungen kommen.


Wertvolle Tipps für Fahrer

Zu niedrig eingestellte Kopfstützen würden beim Auslösen des Airbags die Gefahr einer Überdehnung des Kopfes in sich bergen. Niemals lose Sachen auf den Rücksitz legen, die bei einem scharfen Bremsmanöver zu einem Geschoss werden können, lautete eine weitere Regel.
Verantwortungslos sei es, ein Handy während der Fahrt zu nutzen. Unabdingbar sei das Anlegen des Gurts, auf den Airbag allein dürfe man sich nicht verlassen.
Bei den praktischen Versuchen mit dem eigenen Auto standen zunächst Vollbremsungen bei verschiedenen Geschwindigkeiten auf dem Programm, ehe es auf eine bewässerte und mit Schmierseife versehene Fahrbahn ging.


Die Geschicklichkeit getestet

Auch eine Art Geschicklichkeitsparcours war zu bewältigen. Nach teilweise anfänglichen Unsicherheiten meisterten die Teilnehmer nach einigen Wiederholungen mit der Zeit die Aufgaben recht gut. Übe man solche potenzielle Gefahrensituationen regelrecht ein, dann könne man im Ernstfall besser reagieren, stellte Karl Brendel klar.
Alle Teilnehmer pflichteten ihm bei, dass sie auch als langjährige Autofahrer bei diesem Fahrsicherheitstraining wichtige Erfahrungen sammeln konnten. So zeigte sich der Michelauer Bürgermeister überrascht, welche Herausforderungen beim scharfen Bremsen, insbesondere auf regennasser Straße, auf einen zukommen.
Auf alle Fälle würden diese Erkenntnisse helfen, sollte man wirklich einmal im Straßenverkehr in eine ähnliche Situation kommen.
Auch der Altenkunstadter Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) stimmte ihm bei und war der Meinung, dass ein Fahrsicherheitstraining jedem Fahrzeugführer etwas bringe. So lerne man beispielsweise, dass man seine Geschwindigkeit entsprechend den vorherrschenden Wetterbedingungen anpassen müsse.
Deshalb würde er das Training gerade den Fahranfängern dringend empfehlen. Der Polizeiinspektionsleiter Alexander Rothenbücher sah das angebotene Fahrtraining, das er ebenfalls mitmachte, als sehr gute Sache an.


Polizeirat nimmt Angebot wahr

"Ich selbst hatte nach dem Erwerb meines Führerscheins die Möglichkeit, am Programm "Könner durch Er-fahrung" teilzunehmen und konnte dabei wichtige Praxiserfahrungen mit dem Auto sammeln", hob der Polizeirat hervor. Im Landkreis Lichtenfels habe es im vergangenen Jahr 96 Verkehrsunfälle mit 75 Verletzten gegeben, die von jungen Erwachsenen verursacht wurden. Das Fahrsicherheitstraining könne einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung typische Fahrfehler unerfahrener Fahranfänger leisten.
Der Landrat richtete noch einmal einen eindringlichen Appell an die über 900 jungen Fahranfänger, die er vor einigen Wochen persönlich angeschrieben und zu dem kostenlosen Fahrsicherheitstraining eingeladen habe, sich für das Fahrtraining beim Vorsitzenden der Kreisverkehrswacht, Alfons Hrubesch (Telefon 0171/3032827) anzumelden. Alfred Thieret