Herzogenaurach — Fast jeden Montag ruft Bürgermeister German Hacker (SPD) bei Gärtnermeister Friedrich Bayer an. Er lässt sich berichten, was die Bürger stört: Etwa, dass im Herbst zu viel Laub von den städtischen Bäumen fällt, dass die größeren Bäume zu viel Schatten werfen oder ein Zweig über den Gehweg hängt.
Bayer, der im Oktober sein 25. Dienstjubiläum feiert, Bürgermeister Hacker sowie Bauamtsleiter Gerhard Merkel konnten bei der Feierstunde zu diesem Anlass so manche Anekdote erzählen. "Viele Leute vergessen, dass ein hübscher kleiner Baum mehr als 100 Jahre alt und sehr groß werden kann", so der Gärtnermeister. Dabei seien in Zeiten des Klimawandels gerade großkronige Bäume wichtig. So verringere sich in warmen Sommermonaten auf der Fahrt von der Nürnberger Innenstadt bis nach Herzogenaurach die Temperatur um bis zu fünf Grad.
In der Stadt erkannt wird Gärtnermeister Bayer vor allem an seinem Pickup. "Wir haben uns schon was dabei gedacht, als wir das Auto gekauft haben, denn auf der Ladefläche kann der Friedrich gleich was mitnehmen", so Merkel. "Ich sitz' aber nicht auf der Ladefläche", meinte Hacker und lachte. Denn der Bürgermeister wird in diesen Tagen mit dem Gärtnermeister im Pickup unterwegs sein, um einige Brennpunkte zu besichtigen.
Der 50-jährige Wachenrother Friedrich Bayer kam am 1. Februar 1990 nach seinem Wehrdienst zur Stadtgärtnerei. Während eines unbezahlten Urlaubs von 1991 bis 1992 besuchte er die Meisterschule in Veitshöchheim. Nach der Meisterprüfung wurde er ins Angestelltenverhältnis übernommen und im November 1993 schließlich zum Vorarbeiter der Stadtgärtnerei bestimmt.
Zum Jubiläum gab es ein Geschenk sowie Urkunden der Stadt und von Staatsministerin Emilie Müller. Für die Stadt gratulierten außerdem Johann Zinner, Leiter des Baubetriebshofs, Doris Scholz, Leiterin des Personalamts, sowie Gisela Kleyer vom Amt für Stadtmarketing und Kultur und Bauamtsleiter Gerhard Merkel. sae