Knetzgau — Viel Arbeit, aber auch der verdiente Urlaub haben das Knetzgauer Ehepaar Frieda und Oswald Neuß jung gehalten. Jetzt konnten sie im Kreise ihrer Familie das Fest der diamantenen Hochzeit feiern.
Frieda Neuß, eine geborene Wambach, ist in Knetzgau aufgewachsen. Genau wie ihr Ehemann Oswald. "Er war halt einfach da", antwortet die Jubilarin auf die Frage, wo sie sich kennen gelernt haben. Beide wohnten "einen Steinwurf" voneinander entfernt - eines Abends stand ihr Zukünftiger nach dem Besuch einer Tanzveranstaltung, die Frieda Neuß mit einer Freundin in Knetzgau besucht hatte, vor der elterlichen Haustür.
Die Hochzeitsvorbereitungen verliefen unspektakulär und spontan, wie beide berichten. Der Termin für die Trauung hat sich nach dem damaligen Arbeitsablauf gerichtet. Und auch der Pfarrer hat der Zeremonie spontan seinen Segen erteilt und Glück gewünscht, das immerhin schon 60 Jahre anhält. Dem Paar wurden zwei Söhne geschenkt, deren Familien sich mittlerweile um vier Enkel und einen Urenkel vergrößert haben.

Körbe und Kamera

"Bis vor zwei Jahren bin ich noch mit dem Bulldog gefahren", schildert Frieda Neuß. Mit großer Leidenschaft war die 82-Jährige in ihrer eigenen Landwirtschaft tätig und hat nebenher noch Körbe gemacht. Dieses Handwerk hat sie sich von ihrem Ehemann Oswald abgeschaut, der gelernter Korbmacher ist.
Der Jubilar hat nach einigen Stationen in verschiedenen Arbeitswelten bis zum Eintritt ins Rentenalter über 30 Jahre in der Zuckerfabrik in Zeil gearbeitet. "Nach dem Ende der Kampagne sind wir in Urlaub gefahren", erzählt der Jubilar. Meist führten die Fahrten mit dem Bus an Urlaubsziele in den Bergen. Diese Fahrten hat er gerne im Bild festgehalten, denn Fotografieren war seine große Leidenschaft. Sogar das eigene Hochzeitsbild vor 60 Jahren hat er mit dem Selbstauslöser "geschossen".
Beim FC Knetzgau wird Oswald Neuß als Gründungsmitglied geführt und kann die Spiele auf dem "Tribünenplatz" gleich hinter seinem Anwesen verfolgen. Hilfsbereitschaft wird bei den Eheleuten Neuß großgeschrieben. Beide haben bei verschiedenen Veranstaltungen der Ortsvereine, wie bei der Feuerwehr oder dem Musikverein, in der Garderobe oder wo Not am Mann war gerne mitgeholfen.
Zum Ehrentag gratulierten der stellvertretende Landrat Michael Ziegler und der Knetzgauer Bürgermeister Stefan Paulus. Pfarrer Jürgen Schwarz übermittelte die Glückwünsche der Pfarrei und überreichte eine Urkunde des Bischofs. cr