von unserer Mitarbeiterin  Renate Neubecker

Medlitz — Für die Gläubigen der Kuratie waren das 100. Jubiläum der Kirche "Mariä Himmelfahrt" und der Abschluss der Außenrenovierung Anlass für einen Freudentag. Am Ortseingang wurde Erzbischof Ludwig Schick begrüßt. Musikalisch begleitet von den Medlitzer Musikanten, den Vereinen mit ihren Fahnenabordnungen sowie den Ehrengästen ging es in einer Kirchenparade zur festlich geschmückten Kirche. Hier begrüßte Pfarrer Reinhold Braun den Erzbischof und hob hervor, dass regelmäßig 46,7 Prozent der Einwohner die Gottesdienste besuchten.
Die Festmessfeier wurde in Konzelebration vom Erzbischof, Pfarrer Reinhold Braun und Pfarrer Kurian Chackupurackal gehalten. Ludwig Schick sprach in seiner Festpredigt von einer Premiere. Es sei das erste Mal, dass er die Kuratie besuche. Anerkennend sprach er von den genannten Kirchenbesucherzahlen in Medlitz, schließlich seien es sonst lediglich 13 Prozent. Als Danksagung an Jesus Christus für das 100-jährige Bestehen der Kirche "Mariä Himmelfahrt" bezeichnete der Erzbischof die Eucharistiefeier.
Die Kirche sei als Ersatzbau für das zu klein gewordene Gotteshaus gebaut worden, erinnerte der Erzbischof. Noch heute partizipierten die Gläubigen davon, dass sich vor hundert Jahren ihre Vorfahren Gedanken gemacht hätten, schließlich das Vorhaben finanzierten und die Kirche bauten. Schick dankte allen, die die Kirche mit Leben erfüllen. In seinen Dank schloss er auch alle ein, die bei der Außenrenovierung mitgewirkt hatten. So sei die Kirche ein Schmuckstück geworden. Für die Kirchengemeinde sei das 100. Jubiläum ein Aufbruch. Ein Aufbruch dahin, dass Medlitz eine gute Zukunft habe, so der Erzbischof. Für die Kuratie Medlitz bedankten sich die Kommunionkinder Celina Hoehnen und Hannes Müller mit einem Geschenk beim Erzbischof. Die Vorsitzende der Kirchenverwaltung, Rosi Günther, dankte ebenfalls - mit einem Bild des Grundsteins der Kirche mit einem Hinweis auf das 100. Jubiläum.

Anerkennende Worte

Beim anschließenden Festakt erläuterte Kirchenrat Michael Hümmer die Eckdaten des Kirchenneubaus. Damals sei die Kirche für 200 Gläubige zu klein geworden. Heute habe Medlitz keine zweihundert Einwohner mehr, dafür aber sehr viele Fledermäuse im Kirchendach, die Probleme bei der Sanierung machten. 1913 sei die Finanzierung des Kirchenneubaus mit 42 000 Mark fast gesichert gewesen. Vor genau 101 Jahren sei die alte Kirche abgerissen worden. Nur der kleine Turm musste aus Denkmalschutzgründen stehen bleiben. Zwei Tage nach dem Richtfest der Kirche am 26. Juli 1914 begann der Erste Weltkrieg. Sehr viel Geduld mussten damals die Besucher der Festmessfeier zur Einweihung haben, sagte Hümmer. Sie dauerte von 8 bis 13 Uhr. Danach wurde um 16 Uhr noch der Kreuzweg gesondert eingeweiht. Kein Vergleich mit der heutigen Festmessfeier.
Für Pfarrer Reinhold Braun war der Festakt die Gelegenheit, Dank zu sagen für die Bezuschussung der Außensanierung durch die Erzdiözese, die Marktgemeinde und im Rahmen des Denkmalschutzes sowie durch Privat- und Vereinsspenden. Anerkennend sprach er von den Leistungen des Ingenieurbüros, der Handwerker und allen, die sich rund um den Bau und das Jubiläum engagierten. Bürgermeister Bruno Kellner (VU) gratulierte für die Marktgemeinde und lobte den eindrucksvollen Gottesdienst. Er erinnerte daran, dass sich die Medlitzer Gläubigen im 18. Jahrhundert bemüht hätten, die Kirche "Mariä Himmelfahrt" als Wallfahrtsort anerkennen zu lassen.
Bau-Ingenieur Johann Müller referierte über die Außensanierung, die aufgrund unvorhersehbarer Probleme insgesamt zwei Jahre dauerte. Er sprach anerkennend davon, dass Mitglieder der Kirchengemeinde tatkräftig Hand angelegt hätten. Nach dem offiziellen Teil wurde das Jubiläum mit vielen Gästen aus Nah und Fern gebührend gefeiert.