"Ich habe dreimal so viele Bewerber wie Bauplätze", sagt Bürgermeister Jakobus Kötzner (AWL). Im vierten Bauabschnitt des Wohnquartiers "Kerntner Feld" wären die Baugrundstücke so gut wie weg. Deshalb wird jetzt in der Nähe des "Birnangers" ein weiteres kleines Baugebiet ausgewiesen, das den Namen "Steinachfeld" trägt. Dieses Baugebiet biete sich als Ortsabrundung geradezu an, findet der Gemeindechef. Zwei der insgesamt 14 Bauparzellen sind für Mehrfamilienhäuser vorgesehen. Vom "Steinachfeld" aus führen Flurwege, die sich zum Wandern anbieten, in die Ortsteile Herrnsdorf und Reundorf. Die für den ökologischen Ausgleich nötige Fläche hat die Gemeinde bereits festgelegt. Sie liegt in der Nähe des geplanten Seniorenzentrums "Am Seebach" und soll als Streuobstwiese gestaltet werden.


Baubeginn im Frühjahr 2018

In der Sitzung wurde der Bebauungsplan für das "Steinachfeld" behandelt. Es galt, die in der frühzeitigen öffentlichen Auslegung eingegangenen Stellungnahmen abzuwägen, die jedoch allesamt unproblematisch waren. "Parallel zur Bauleitplanung planen wir die Erschließungsmaßnahmen", berichtete Kötzner. Die Arbeiten könnten im Frühjahr 2018 beginnen, so dass im Spätherbst das Baugebiet baureif sein könnte.
In gleicher Sitzung stand die Behandlung des Flächennutzungsplans auf der Tagesordnung. Grund für die Änderung des Flächennutzungsplans war neben dem Neubaugebiet Steinachfeld die geplante Generationen-Wohnanlage "Am Seebach". Auch in diesem Verfahren wurden die bei der frühzeitigen Auslegung eingegangenen Stellungnahmen gehört und gewürdigt.
Einwände von privater Seite waren weder zur Änderung des Flächennutzungsplans noch zum Bebauungsplan "Steinachfeld" eingegangen. Zum Flächennutzungsplan hatte das Landratsamt angeregt, für die Seniorenwohnanlage kein Sondergebiet sondern ein Allgemeines Wohngebiet (WA) festzusetzen. Im allgemeinen Wohngebiet gebe es hinsichtlich der Geräusch-Immissionswerte weniger strenge Festsetzungen. Diese Anregung wurde vom Ratsgremium auch angenommen. Der geänderte Flächennutzungsplan geht jetzt in die zweite öffentliche Auslegung und wird in einem Monat Rechtskraft erlangen.
Rund 14 000 Quadratmeter groß ist das Gelände für die Seniorenwohnanlage "Am Seebach". Wie Kötzner berichtete, ist die Gemeinde bereits in Gesprächen mit möglichen Betreibern. Das nahe beim Naturbadesee liegende Areal biete Investoren viele Möglichkeiten der Gestaltung. Der Bebauungsplan könne daher an den Bedürfnissen der Träger ausgerichtet werden. "Jeder Träger hat schließlich sein eigenes Konzept, ja seine eigene Philosophie", weiß man im Frensdorfer Rathaus. Die Planung solle in diesem Jahr "weitgehend abgeschlossen werden", hofft der Bürgermeister. Fest steht für Kötzner, dass am Seebach "kein reines Seniorenheim" entstehen soll. Er denkt vielmehr an eine Anlage, die von Betreutem Wohnen über Tages- und Kurzzeitpflege bis hin zur eigenen Wohnung viele Möglichkeiten bietet.