Bei der Hauptversammlung des Ortsverbandes Meeder stellten die Freien Wähler die Weichen für die Zukunft und tauschten auch die ein oder andere selbstkritische Stimme aus. Als Vorstand wurde Bernd Dreßel wiedergewählt, auch sein Stellvertreter Norbert Gleichmann bekam erneut das Vertrauen ausgesprochen. Zudem wurden Kassier Andreas Meyer und Schriftführerin Petra Rüger in ihren Ämtern bestätigt. Der Vorstand wird durch die gewählten Beisitzer Thomas Licht, Udo Held und Mathias Röser komplettiert.
Das langjährige Mitglied Hartmut Eckardt, vom Vorstand Bernd Dreßel als "Urgestein der Freien Wähler in Meeder" bezeichnet, scheidet dagegen aus persönlichen Gründen aus dem Vorstand aus.
Trotz der nicht geringen Zahl von 40 Mitgliedern (davon aktuell vier Gemeinderäte) im Ortsverband legte Bernd Dreßel während der Versammlung den Finger in die Wunde: "Unsere Altersstruktur ist erschreckend, wir haben nur sieben Mitglieder, die jünger als 50 Jahre sind." Das durchschnittliche Mitglied im Ortsverband besitze ein Alter von knapp über 57 Jahren.
Deswegen müssten Ideen entwickelt werden, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken, so Dreßel. "Andernfalls steuern wir auf ein Zwei-Parteien-System zu, das wäre eine Katastrophe", gab er zu bedenken. Ziel müsse es sein, die Persönlichkeitswahl auf Kommunalebene aufrechtzuerhalten.


Gemeinsam stark

Besonders stolz können die Freien Wähler laut Dreßel auf das Aufstellen des Gemeinschaftsbaumes im Meederer Ortszentrum sein: "Unser Motto ,In der Gemeinschaft liegt die Stärke‘ steht deswegen auf diesem Wahrzeichen, da wir das Projekt massiv vorangetrieben haben." Insbesondere der Vergnügungsausschuss um Hubertus Kräußlach, Egon Bätz und Karl-Heinz Lange und der ehemalige Vorsitzende Hartmut Eckardt hätten für dieses Anliegen viel private Zeit geopfert und bei der Gemeindeverwaltung immer wieder Druck gemacht.
Hinsichtlich der aktuellen Gemeindepolitik ging Dreßel auch auf die geplante Kläranlage und die damit zusammenhängende "Lauterüberleitung" nahe Kösfeld ein. Bei deren Planung hätten viele "geschlafen", eine Bauumsetzung im Gemeindegebiet sei nicht zwingend notwendig gewesen. Nun habe Priorität, die beste Lösung für die Bürger zu finden.
Eine mögliche Abstufung der Kreisstraße CO23 bewertete er kritisch: "Auch wenn es manch einer bezweifelt, die Frequenz auf dieser Straße ist enorm. Neben Meeder profitieren auch die umliegenden Gemeinden Eisfeld, Rodach und Lautertal."
Im weiteren Verlauf der Versammlung lobte Fraktionsvorsitzender Erhardt Kräußlich die gute Zusammenarbeit innerhalb des Gemeinderates - sowohl mit der CSU als auch mit der SPD. Als dritte Kraft habe man entscheidend bei politischen Projekten mitgewirkt, wie etwa der Erweiterung der Breitbandversorgung, bei der Schaffung neuer Bauplätze und beim Thema Industrieansiedlung.
Der stellvertretende Bezirksvorstand der Freien Wähler und stellvertretende Landrat Christian Gunsenheimer, unterstrich in seinem Grußwort, dass sich die Wahllandschaft in den vergangenen Jahrzehnten massiv verändert habe. Wahlerfolg beruhe heutzutage nicht mehr ausschließlich auf Fakten und Leistung, sondern immer stärker auch auf Emotionen. "Wichtig ist, dass die Leute die Leidenschaft der Freien Wähler sehen", sagte Christian Gunsenheimer. Ein Projekt wie der Gemeinschaftsbaum sei ein Symbol der Gemeinschaft, und die Freien Wähler seien die treibende Kraft dahinter. Christian Dreßel