von unserer Mitarbeiterin 
Anna-lena wolfarth

Bamberg — Körperlich und geistig fit zu bleiben, und das bis ins hohe Alter - das schafft nicht jeder. Franziska Regner hat es geschafft - sie strahlt auch an ihrem 101. Geburtstag, am gestrigen Dienstag, vor Vitalität und Lebensfreude.
Die gebürtige Bambergerin ging bei den Englischen Fräulein zur Schule. Anschließend machte sie in Aschaffenburg in der einzigen Lehrerinnenbildungsanstalt Bayerns ihre Ausbildung zur Lehrerin. Ihre erst Stelle trat sie 1935 in Burgkunststadt als Lehrerin einer ersten Klasse an.
Später wurde sie nach Zapfendorf versetzt. Dort überlebte sie am 1. April 1945 einen Großangriff auf den Munitionszug. Dabei verlor sie ihr gesamtes Hab und Gut. Danach unterrichtete sie vor allem auf dem Land und ab 1960 bildete sie in Lichtenfels selbst aus.
1964 wurde sie dann an ihre Wunschschule versetzt - die Rupprechtschule in Bamberg. Zwölf Jahre unterrichtete sie dort. "Auch heute grüßen mich noch ehemalige Schüler beim Spazierengehen", freut sich Franziska Regner.
Neben ihrer Tätigkeit als Lehrerin pflegte sie lange Zeit ihre Mutter. Wenn es die Zeit zuließ, las sie außerdem gerne. Auf Grund dieses Hobbys begann sie nach ihrer Pension als ehrenamtliche Mitarbeiterin in der Wunderburger Stadtbücherei zu arbeiten. Neben dem Lesen hat sie auch eine Leidenschaft für klassische Musik. "Manchmal schaue ich mir auch heute noch bis tief in die Nacht Operetten und Opern im Fernsehen an", erzählt die Jubilarin. Zudem war sie in einem Strickkreis aktiv, in dem sie Decken für die Mission strickte.
Die passionierte Lehrerin reiste in ihrer Freizeit gerne. Ägypten, Italien und vor allem die Skandinavischen Länder hatten es ihr angetan.
Seit 2008 lebt sie im Bamberger Ottoheim. Mit viel Disziplin hält sie sich auch im hohen Alter fit. Sie nimmt regelmäßig an der Gymnastik teil und geht täglich im Hain spazieren. Um auch geistig aktiv zu bleiben, löst sie zudem Rätsel und leitet das Gedächtnistraining für die Heimbewohner. Bis vor kurzen war sie außerdem im Heimbeirat aktiv. Sie bekommt regelmäßig Besuch von ihren Nichten und Neffen. Mit denen wird auch am Wochenende groß gefeiert.