Etwas besonderes bekamen die Gottesdienstbesucher in Kairlindach zur Kerwa zu hören: Eine Predigt im Dialekt. Marco Winkler, der sonst Orgel spielt und den Kirchen- und Kinderchor leitet, präsentierte seine Botschaften auf Fränkisch.
Seine Gedanken zum Bibelvers in Lukas 17, 5-6 klangen so: "Mir is zum Text vom Lukas, nuch a Stelln beim Paulus nein Sinn kumma: Do hasts: In Christus liegn verborgn alla Schätze der Weisheit und der Erkenntnis. Ja, des is scho ä su: Unner Glaubm hot so viel Schätz. Ka Mensch muss sich für Religion schäma. Religiöse Frogn sind doch die ältesten Frogn vo dera Welt: Wo kumma mir her, und wo gehna mir no? Ja, wos passiert, wenn sich unere Lebtoch neing? Wos is den nochm Tod? Wer und wos gibt unserm Lebm an Sinn? Wo find unnera klana Nussschalen voller Leben aweng an Halt in dem irrwitzigen Tempo auf dera Welt? Wer und wos hält die Welt zam? Wer oder wos tröstet uns und gibt‘s uns Hoffnung auf a bessera Welt?"
Anhand des Glaubensbekenntnisses führte Winkler die Zuhörer durch Gedanken und Humor von skeptischen Fragen zu einem bodenständigen Glauben, den man angesichts wissenschaftlicher Erkenntnisse und auf dem Hintergrund von Terror und anderen Schrecken als Mensch leben und vertreten kann. Durch überraschende Formulierung, teils sogar in Gedichtform, hatte er Sympathie und manche Lacher der Gemeinde auf seiner Seite. red