"Eigentlich sieht man von außen gar nicht viel", stellt der Leiter des Staatlichen Bauamtes, Baudirektor Jürgen König, fest. Ortskundigen fallen aber zumindest die neuen Sprossenfenster im Scheßlitzer Forstamt auf. Fenster, wie sie auch ursprünglich in dem 1905 errichteten und mittlerweile denkmalgeschützten Gebäude eingebaut waren. Für den Fachmann entpuppen sie sich dann als Lärmschutzfenster - eine Errungenschaft die die Mitarbeiter des Bereiches Forst des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Bamberg, die ihre Büros zur Hauptstraße hin haben, zu schätzen wissen.
Mit einem Gesamtaufwand von knapp einer halben Million Euro wurde das historische Hauptgebäude saniert und so moderne Arbeitsplätze für die rund 20 Mitarbeiter in Scheßlitz wurden geschaffen. Nachdem 2007/2008 direkt nebenan für eine Million Euro ein Neubau in Holzbauweise errichtet wurde, musste nun der neubarocke Hauptbau des Forstamtes instandgesetzt werden. Dabei wurde der Haupteingang verlegt, der Innenbereich partiell neu geordnet und ein dringend notwendiger Sozialraum für die Mitarbeiter des Amtes neu geschaffen.


Im laufenden Betrieb

Neben der kompletten Erneuerung der Haustechnik (Sanitär, Elektroinstallationen) wurden auch alle Oberflächen überarbeitet (Boden, Wand, Decke). Die Arbeiten wurden bei laufendem Betrieb der AELF-Außenstelle vom Staatlichen Bauamt Bamberg durchgeführt - und kurz vor Weihnachten offiziell abgeschlossen.
Beim Betreten des Gebäudes fällt einem nun ein lichtdurchfluteter Flur auf, in dem viele Details herausgearbeitet wurden, wie etwa alte Füllungstüren mit freigelegten Kastenschlössern, die erhalten wurden, oder die denkmalgeschützte Holzwangentreppe, die mittels einer unsichtbaren Stahlkonstruktion gestützt wird. Auch das Windfangelement mittels Musselinglas- und Sprosseneinteilung wieder in den Originalzustand zurückversetzt.
Neuzeitlicher sind Neuerungen wie der barrierefreie Haupteingang zwischen dem Altbau und dem Erweiterungsbau mit moderner Sprechanlage, die LED-Leuchten sowie die Heizleitungen und Heizkörper.


Viele Dienstleistungen

Wie das Staatliche Bauamt ausführt, wurde auch der Brandschutz des Gebäudes auf den neuesten Stand gebracht und das Dachgeschoss isoliert. Letzteres trug dazu bei, die Vorgaben der Energieeinsparverordnung umzusetzen. Von den Mitarbeitern besonders geschätzt ist der neu eingerichtete Sozialraum und eine Duschmöglichkeit für die im Außendienst Beschäftigten.
Zu den Dienstleistungen, die hier vom Forstpersonal für die rund 18 500 Waldbesitzer in den Landkreisen Bamberg und Forchheim erbracht werden, gehören etwa die Beratung der privaten Waldbesitzer in allen forstlichen Themen - von der Bestandsbegründung, der Pflege, der Holzernte, über den Waldwegebau, den Waldschutz und die Schädlingsbekämpfung bis hin zu Fragen des Waldnaturschutzes.


Sonderaufgaben

Aber auch die Bewirtschaftung des Kommunalwaldes nach den Vorgaben des Waldgesetzes gehört zu den Aufgaben, wenn die Kommunen ihren Wald im Zuge der Betriebsleitung staatlichen Förstern anvertrauen. Am Standort Scheßlitz kommen zu den Grundaufgaben, die alle 47 Ämter in Bayern zu erfüllen haben, noch einige Sonderaufgaben. So ist hier eine eigene Abteilung eingerichtet, die für ganz Oberfranken die Umsetzung des "Natura 2000 Schutzgebietskonzeptes" der EU im Wald vollzieht. Dazu wurde die Stelle eines sogenannten Gebietsbetreuers eingerichtet, der dafür Sorge zu tragen hat, dass die in den Managementplänen für die einzelnen Schutzgebiete festgelegten Maßnahmen auch beachtet werden. red