Der peruanische Dokumentarfilmer Heeder Soto präsentiert am Montag, 15. Mai, um 20 Uhr auf seiner Informationsreise durch Deutschland und die Schweiz seinen Film "Titicaca und die verschwundenen Gesichter" in St. Magdalena, Herzogenaurach. Veranstalter sind die Volkshochschule, die Pfarrei St. Magdalena und der Förderkreis Cajamarca.
Dieser Film handelt von den sozialen Konflikten in Peru, Bolivien und Deutschland, ihren Ursachen und Konsequenzen, heißt es in einer Pressemitteilung der Veranstalter. Der Schwerpunkt des Films liegt auf der südlichen Region Perus am Titicacasee. Er verdeutlicht die extreme Situation in der höchsten Stadt der Welt am Fuß der Mine "La Rinconada", die auf 5200 Metern liegt. La Rinconada ist ein Ort mit rund 60 000 Einwohnern: ohne Stadtrechte, ohne fließendes Wasser, ohne Kanalisation.
Am Fuß der Gletscher leben die Bergarbeiter in Blechhütten. Dort findet Menschenhandel statt - Frauen aus Bolivien und Peru werden als Sexsklavinnen gehalten und für Rituale im Bergbau getötet. Schwermetalle aus "La Rinconada" und anderen Minen fließen in die Flüsse und in den Titicacasee. Menschen und Tiere sind schwer beeinträchtigt vom Bergbau. Der Film gibt den Menschen eine Stimme, die gegen Bergbau, Wasservergiftung und für eine gerechtere Welt kämpfen.
"Wir sind seit circa 18 Jahren im Kampf. Unser Fluss Ramis ist tot. Wir essen die Produkte von den Tieren, die durch Quecksilber vergiftet sind und sterben auch nach und nach. Es gibt einige Personen, die in den Minen gearbeitet haben. Sie kehren mit großen Alkoholproblemen zurück. Sie haben keine Hoffnungen mehr. Sie kümmern sich nicht mehr um ihre Kinder. Eines Tages werden die Touristen merken, was hier passiert, und werden unseren Titicacasee nicht mehr besuchen", sagt Sabino Soncco.
Maruja Inquilla (Aktivistin aus Coata) ist zu hören mit dem Zitat: "Es gibt viele Kinder, die an Durchfall in Coata gestorben sind. Du kannst sie auf dem Friedhof besuchen. Das ist nicht normal. Auf den Sterbeurkunden stehen allerdings andere Krankheiten. In der Krankenstation wollen sie nicht, dass die wirklichen Ursachen bekannt werden: die Vergiftung des Wassers. Diese Wahrheit kann ich nicht verdecken, deshalb gehen wir auf die Straße und kämpfen gegen die Wasserverschmutzung. Alle Abwässer von Juliaca werden ungefiltert in den Fluss geleitet, und dieses Wasser trinken die Menschen hier."
Der Film läuft in spanischer Sprache mit deutschen Untertiteln und dauert 75 Minuten. red