von unserem Mitarbeiter Horst Wunner

Neudrossenfeld/Trnava — Die Kunst von Focus-Europa kennt keine Grenzen. Unter diesem Motto erobert die Künstlervereinigung mit Sitz in Neudrossenfeld den alten Kontinent. Heuer waren schon Litauen und Arenzano in Ligurien das Ziel, nun sind ihre Kunstobjekte erstmals in der Slowakei zu sehen. In der altehrwürdigen Synagoge von Trnava, einer Stadt in der Größe Bayreuths unweit der Metropole Bratislava.
In der bewegend geschichtlichen Atmosphäre des Kirchenbaus von 1895 sind über 50 Unikate der Genres Gemälde, Skulpturen, Keramik und Fotografie zu bewundern. Von Künstlern aus der Slowakei, Italien, Estland, Litauen und Deutschland. Mit dieser Ausstellung festigt Focus-Europa die Kontakte zu dem mitteleuropäischen Staat, die 2013 durch die Internatioal Contemporary Art auf der Plassenburg Kulmbach geknüpft wurden.
Bei der Vernissage dabei waren Vorsitzender Lutz-Benno Kracke und Gudrun Schüler, die in Bayreuth ihr Atelier hat. Sie organisierten den Transport und den Aufbau, Kracke stellte den internationalen Gästen Focus-Europa vor. Nannte "Kunst ohne Grenzen" ein wichtiges Indiz für die Künstlergruppe, "wir haben etwa 80 prädestinierte Kulturschaffende in unseren Reihen, darunter als neues Mitglied Edgar Tedresaar aus Estland, der aus 1700 Kilometern Entfernung extra angereist ist". Robert Nemecek, Direktor der Koniarka-Galerie, und gleichfalls neuer Anhänger von Focus-Europa, bezeichnete die Schau als völkerverbindendes Element mit einer Kunst, die Vorurteile abbaut.

Werke aus Kulmbach

Ein Streifzug durch die Ausstellung zeigte das breite Spektrum der Kunst. Besonders die Gemälde mit kombinierter Technik in Öl auf Canvas und Holz und die Guillotine aus Gips als Mahnnung in einer jüdischen Synagoge erregten die Aufmerksamkeit der Betrachter. Ihre Werke zeigte unter anderen auch Marion Kotyba aus Kulmbach. Vorsitzender Lutz-Benno Kracke selbst hatte zwei Bilder mitgebracht, den Pfaffenspiegel und den Kardinal. Und Gudrun Schüler zog mit ihrem Triptychon von 3,10 mal 1,50 Meter die Blicke an: Die kontemplative Reflexion purer Naturschauspiele mit schäumenden Wellenbergen, fliehenden Winden und Ozeantiefe. Die beiden Künstler erklärten auch die Werke ihrer fränkischen Kollegen, die nicht persönlich vor Ort sein konnten.
Dass sich sogar das Fernsehen für die Vernissage interessierte, offenbarte den Wert dieser internationalen Werkschau. Auf jeden Fall ist nun Oberfranken und Neudrossenfeld in Künstlerkreisen zu einem Begriff in der Südslowakei geworden, die Unikate werden wahrscheinlich noch zu anderen Plätzen dieser Region wandern.