Alle Bilder im fertigen Katalog des Kinderkünstlerateliers begannen auf die gleiche Weise - mit einem simplen Bleistiftstrich. Dann ein zweiter, es folgt ein dritter, bis auf einmal Konturen und Motive zu erkennen sind: Katzen, Schmetterlinge, Roboter, Häuser, sogar fliegende Kürbisse.
Die Kinder zwischen neun und zwölf Jahren ließen im Kurs des Kinderferienprogramms, der im Jugendzentrum stattfand, einfach ihre Fantasie spielen. Am Ende bekam jeder einen selbstgehefteten Katalog mit 15 komplexen Ausmalbildern mit nach Hause. Nachdem die Kinder nämlich die Umrisse gezeichnet hatten, füllten sie ihr Motiv noch mit zahlreichen unterschiedlichen Mustern.
Viel Material brauchten sie dafür nicht: ein weißes Blatt Papier, einen Bleistift, einen schwarzen Fineliner und einen Radiergummi. Der Anfang war nicht immer einfach. "Ich stelle mir im Kopf etwas vor und weiß dann nicht, wie ich es malen soll", sagte Nicole. Ihrer Tischnachbarin Julia ging es genauso. Dafür waren ihre Bilder am Ende umso schöner. Julia zeichnete ein Blumenbild und Nicole eine Feder sowie ein zweites Bild mit einem Smiley-Mandala. Manche probierten auch erst einmal verschiedene Motive aus, so wie Lukas: "Ich weiß noch nicht, was ich male, deswegen habe ich hier tausend Blätter." Dann fing er mit Blumen an, überlegte sich anschließend, einen Weihnachtsbaum mit vielen Geschenken zu zeichnen und entschied sich schließlich für eine fantasievolle Eigenkreation mit einem fliegenden Kürbis und Osterglocken, die Kanonen abfeuern können.
Kursleiterin Heidi Neundorfer, die Textildesign studiert hat, brachte den Kindern einige Bücher und Schablonen mit. Die Freundinnen Julia und Sara haben ihre Motive im gleichen Buch gefunden, so dass sie es zwischen sich in die Mitte legten. Während Sara ein Blatt mit kunstvollen Mustern ausfüllt, entschied sich Julia für einen Roboter. Simon malte ein paar Eulen, während Elly vier große Häuser so kunstvoll dekorierte, dass sie tatsächlich an die Häuser von Friedensreich Hundertwasser erinnerten.
Jedes Kind durfte so viel malen, wie es wollte. debu