Nächste Woche beginnen die Abitur-Prüfungen, doch für einige Abiturienten ist auch diese Woche bereits extraspannend. Die Tage bis Donnerstag bilden nämlich den Abschluss des ersten Erasmus-plus-Projekts, an dem sich das Regiomontanus-Gymnasium gemeinsam mit vier weiteren Schulen in Polen, Rumänien, Griechenland und Portugal beteiligt hat. Die Haßfurter Schüler waren vier Mal unterwegs, jetzt haben sie ihre Projektpartner zu Gast.
"Traces of Jewish life in Europe" heißt das Projekt. Die beteiligten Schüler, in Haßfurt diejenigen des W-Seminars bei Katrin Hiernickel, gingen in allen vier Länden den Spuren jüdischen Lebens nach. Das steht jetzt auch im Landkreis Haßberge auf dem Programm, damit die bisher schon eindrucksvolle Ausstellung mit den Ergebnissen aus Porto, Ioannina, Sighetu Marmatiei und Opatow noch ergänzt werden kann.
Für die Haßfurter Teilnehmer flossen die Ergebnisse in Seminararbeiten mit Titeln wie "Die Illusion der Assimilation der Juden von 1780 bis 1870", "Die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Shigetu Marmatiei unter besonderer Berücksichtigung des Schicksals Eli Wiesels" oder "Gestaltung jüdischer Grabsteine - Inschriften und Symbolik".


Viel gelernt

"Ihr habt in diesem Projekt viel gelernt", stellte die stellvertretende Rektorin des Regiomontanus-Gymnasiums, Maria Eirich, fest - zum Thema, aber auch international zusammenzuarbeiten, in Gastfamilien in anderen Ländern zu leben, Arbeitsergebnisse in englischer Sprache zu präsentieren. Neben dem wissenschaftlichen Inhalt des Projekts haben bei Erasmus, einem Programm der Europäischen Union, auch das Kennenlernen, das Verstehen wie auch das Erkennen von Eigenheiten und Gemeinsamkeiten einen hohen Stellenwert.
So werden die Gäste aus den vier Partnerschulen in den nächsten Tagen gemeinsam mit den Haßfurter Gymnasiasten jüdische Friedhöfe und Museen in der Region besuchen, natürlich die Gedenkstätten in Nürnberg, aber sie werden auch Workshops absolvieren mit Musik, Gesang, Schauspiel, denn am Donnerstag findet im "Silberfisch", dem Ganztagsgebäude am Schulzentrum, ein Galaabend statt. Dort wollen die jungen Leute aus fünf Ländern einerseits das Ergebnis ihrer eineinhalb Jahre währenden Zusammenarbeit präsentieren, aber auch einen bunten Abend organisieren, in den die Kulturen aller Länder einfließen sollen. Jeder im Landkreis Haßberge ist bei freiem Eintritt zu diesem Abend willkommen, der um 19 Uhr beginnt.