Uehlfeld — Seit einem Jahr besteht die First-Responder-Gruppe in der Freiwilligen Feuerwehr Uehlfeld und sie hat sich bewährt. 106 Einsätze sind die ehrenamtlichen Helfer seither gefahren. Dabei waren sie durchschnittlich 7,5 Minuten vor den ersten Rettungskräften am Einsatzort - Zeit, die Leben retten kann. Vorwiegend ältere Menschen, aber auch schon ein kleines Kind gehörten zu den Patienten, denen geholfen werden konnte.
Diese Fakten und noch einige mehr präsentierte der Leiter der Gruppe, Tobias Baum, vor Kurzem den Besuchern bei einem Tag der offenen Tür im Feuerwehrhaus in Uehlfeld. 10 000 Bereitschaftsstunden haben die 16 Aktiven inzwischen geleistet, davon 142 Einsatzstunden.
Die First-Responder-Gruppe steht an sieben Tagen in der Woche bereit - wochentags von 19 Uhr abends, an den Wochenenden rund um die Uhr. Jeweils zwei Mitglieder haben Dienst - schichtweise natürlich, denn, so Baum, "wir haben ja alle auch noch einen Beruf. Und auch wenn es manchmal kaum zu glauben ist: Es gibt auch noch ein Leben neben Feuerwehr und First Responder."
Am Engagement fehlt es also nicht - schwieriger wird es bei den notwendigen finanziellen Mittel. Bislang trägt die Feuerwehr die allgemeinen Kosten und stellt mit ihrem Mehrzweckwagen das Einsatzfahrzeug, für das Verbrauchsmaterial sorgt der Rettungsdienst ASB, der auch für die notwendige Ausbildung gesorgt hat. Doch ansonsten sind First Responder gesetzlich "eine rein private Angelegenheit, die bislang keinerlei staatliche Fördermöglichkeit haben" - so formulierte es Norbert Kirsch (SPD), stellvertretender Landrat, in seinem Grußwort.
Nägel mit Köpfen hat Altbürgermeister Helmut Praus diesbezüglich bereits in Angriff genommen. Gemeinsam mit sieben Gleichgesinnten gründete er einen First-Responder-Förderverein. Dieser Förderverein hat es sich zur Aufgabe gemacht finanzielle Mittel für den laufenden Unterhalt, so verschiedene Gerätschaften, Sauerstoff und vieles weitere, zu beschaffen. Weiterhin wird für die Zukunft ein Einsatzfahrzeug angestrebt. Der Förderverein ist ein eingetragener Verein mit einem Jahresbeitrag ab 24 Euro, der seine Einnahmen nur zur finanziellen Unterstützung von Ausrüstung, Aus- und Weiterbildung sowie Unterhalt des First-Responder-Systems hier vor Ort verwenden will.
Eine kleine Schauübung, bei der die Erstversorgung eines bei Bauarbeiten abgestürzten Arbeiters von zwei Ersthelfern nachgestellt wurde, demonstrierte den Gästen die Vorgehensweise der First Responder bis zum Eintreffen von Rettungsdienst und Notarzt.
Sonja Werner