Der Markt Vestenbergsgreuth pflegt seit rund 22 Jahren eine Partnerschaft mit der polnischen Kommune Nowe Miasto, westlich von Posen gelegen. Das Feuerwehrfest zum 70-jährigen Bestehen in der Partnergemeinde war ein willkommener Anlass, interessierte Bürger zu einer Fahrt nach Polen einzuladen. Über 40 Teilnehmer, darunter die stellvertretenden Bürgermeister, Ortsteilsprecher sowie Gemeinderäte, folgten der Einladung von Bürgermeister Helmut Lottes (CSU/UB) zu der mehrtägigen Kulturreise.
Nach Zwischenstopps in Prag und Brünn war Krakau das erste Reiseziel in Polen. Eine für die polnische Nation wichtige, historische Stadt mit viel Flair. Der polnische Bischof Karol Wojtyła und spätere Papst Johannes Paul II war hier Studentenpfarrer und Theologiedozent. Er spielte später eine wichtige Rolle bei der Überwindung des aus Moskau gelenkten Sozialismus in Polen.
Rund 50 km westlich von Krakau liegen die Vernichtungslager Auschwitz und Birkenau. Neben der Gruppe aus Mittelfranken besuchten erfreulich viele Jugendliche dieses Schandmal der nationalsozialistischen Ideologie. Eigentlich fassungslos und ohne Verständnis für diesen Irrsinn menschlichen Geistes läuft man auf Wegen, die vor rund 75 Jahren den Tod bedeutet haben. Während einer längeren Busfahrt nach Nowe Miasto rund 50 km südöstlich von Posen konnte man versuchen, das Gesehene zu verarbeiten.


Martin-Bauer-Werk besucht

Vom Hotel aus erkundete man ein Rieseneinkaufszentrum in Posen, den zeitweiligen Wohnort des polnischen Nationaldichters Adam Mickiewicz sowie das Kloster Lad/Warta, wo viele Salesianer als Priester ausgebildet werden. Das Kloster wurde ursprünglich von Zisterziensern aus Altenberg bei Köln gegründet und erlebte eine abwechslungsreiche Geschichte.
In Polen hat die Vestenbergsgreuther Martin Bauer Group vier Niederlassungen. In Nowe Miasto produziert die Europlant PhytoPharm unter anderem Arzneien. Das Werk mit rund 300 Mitarbeitern arbeitet nach europäischen Normen und wurde von der deutschsprachigen Führerin Justyna Ostojska sehr verständlich vorgestellt.
Das Feuerwehrfest fand am letzten Reisetag statt. Nach einem Feldgottesdienst marschierte die Feuerwehr der Region, verstärkt durch die Vestenbergsgreuther Gäste, in das Stadion und nahm vor den Festgästen Aufstellung. Neben vielen Ehrungen wurde die Inbetriebnahme einer neuen Motorpumpe gefeiert. Bürgermeister Lottes aus Vestenbergsgreuth betonte in seiner übersetzten Ansprache, dass die Feuerwehren in beiden Gemeinden die tragenden Säulen der Partnerschaft seien. Die Vestenbergsgreuther würden die Partnerschaft mit Nowe Miasto mit Demut angesichts der jüngeren Geschichte und mit Respekt vor dem polnischen Volk und damit vor den Bürgern der Gemeinde Nowe Miasto angehen.
Beim anschließenden Beisammensein ergaben sich interessante Gespräche mit Managern der Firma Martin Bauer, insbesondere mit dem Vorstandsmitglied Jerzy Jambor. Seine Frau, Schuldirektorin am Ort, war spontan bereit, ihre Schule interessierten Gästen zu zeigen. Die Grundschule war bestens ausgestattet und großzügig angelegt. Wie die Homepage vermittelt, findet auch ein sehr abwechslungsreiches Schulleben statt.
Nach sechs gemeinsamen Tagen kam die Vestenbergsgreuther Reisegruppe wieder zu Hause an. Stellvertretender Bürgermeister Erwin Teufel (BB) lobte mit dem Beifall aller Teilnehmer Helmut Lottes für die perfekte Planung und Organisation. Inklusive Busfahrer hatte sich in den vergangenen Tagen eine tolle Gemeinschaft gebildet.
Klaus Strienz