Schrecken am Tag der der Deutschen Einheit im Wohngebiet im Nordwesten von Hallstadt: Als Roland Becker am späten Montagnachmittag die Feuerwehrsirenen hörte, schaute er erst mal interessiert aus dem Fenster unterm Dach. Als er es dann öffnete, wurde ihm schnell klar, welches Ziel die Löschzüge ansteuerten. Aus der Dachgeschosswohnung in der anderen Doppelhaushälfte, direkt neben seiner Wohnung, drang dichter schwarzer Rauch.
Aufmerksame Nachbarn hatten das bereits bemerkt und per Notruf die Feuerwehr alarmiert. Um 17.33 Uhr ging der Anruf in der Einsatzzentrale ein. Derweil versuchte in der betroffenen Wohnung, in der ein Ehepaar mit seinem dreijährigen Sohn lebt, der Vater selbst noch den Brand zu löschen. Ausgebrochen war das Feuer nach Erkenntnissen der Polizei im Kinderzimmer der Dachgeschosswohnung.


Rettungshubschrauber im Einsatz

Beim Eintreffen der Feuerwehren - nicht nur aus Hallstadt - und des Rettungsdienstes schlugen Flammen aus den Schrägfenstern im Dach der Doppelhaushälfte mit drei Wohnparteien. Während die Feuerwehren den Brand bekämpften und recht schnell unter Kontrolle brachten, musste der 43 Jahre alte Mann, der eine Rauchvergiftung erlitten hatte, aus dem Haus geholt werden.
Für ihn wurde ein Rettungshubschrauber angefordert. Dieser konnte unmittelbar hinter dem Haus landen, da sich dort - mitten in dem Hallstadter Wohngebiet - eine unbebaute Freifläche befindet. Mit dem Helikopter wurde der Familienvater in eine Klinik geflogen. Auch die 35 Jahre alte Frau musste vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht und wegen einer leichteren Rauchvergiftung behandelt werden.
Nach Informationen der Polizei vom Dienstagnachmittag konnte die Frau inzwischen die Klinik wieder verlassen, während sich der Mann noch in Behandlung befand. Das dreijährige Kind war offenbar unverletzt geblieben.


Nachbarn kaum betroffen

Auch die anderen Wohnungen im Haus und in der anderen Haushälfte blieben bewohnbar. Sie mussten nur kurzzeitig während der Löscharbeiten evakuiert werden. Nachbar Becker berichtet, dass die Feuerwehr in seine Dachgeschosswohnung kam, um zu überprüfen, ob durch den Brand eine Auswirkung auf die unmittelbar angrenzende Hauswand entstanden war. Bei der Kontrolle sei jedoch keine bedrohliche Hitzeentwicklung festgestellt worden.
Der Sachschaden an dem Haus wird in einer ersten Schätzung dennoch auf rund 100 000 Euro beziffert. Die Brandursache muss noch vom zuständigen Fachkommissariat der Kripo Bamberg ermittelt werden. "Wir gehen hier nicht von vorsätzlicher Brandstiftung aus", sagt Polizeisprecher Dominik Salosnig vom Präsidium in Bayreuth. Allerdings müsse - wie in allen Fällen - in alle Richtungen geprüft werden. Bestätigt habe sich bisher lediglich, dass der Brandherd im Kinderzimmer lag. Die Feuerwehren waren noch bis weit nach Einbruch der Dunkelheit vor Ort im Einsatz.