Als ich letzte Woche mit dem Fahrrad unterwegs zur Arbeit war, rauschte plötzlich ein älterer Herr, ebenfalls auf dem Rad, an mir vorbei. Auf Grün wartend stand ich an der Ampel am Obi-Baumarkt in Forchheim, wo sich die Äußere Nürnberger Straße und die Franz-Josef-Strauß-Straße kreuzen. Den rüstigen Rentner interessierte die rote Ampel nicht besonders. Er war allerdings nicht rüstig genug, um nicht von mir auf dem Weg zur nächsten roten Ampel auf Höhe des Ladens "Fressnapf" wieder überholt zu werden. Dort wiederholte sich die Prozedur. Ich blieb stehen, er warf nur einen kurzen Blick über die Schulter und fuhr weiter. Als die grüne Lampe aufleuchtete, holte ich den Senior erneut ein. Eine kurze Weile fuhr ich neben ihm her und war versucht, ihm einen belehrenden Vortrag über das Verhalten im Straßenverkehr zu halten. Dieser Rollentausch zwischen Senior und jungem Menschen war mir dann aber doch zu skurril und ich beließ es bei einem Lächeln, bevor ich den grimmig schauenden Mann überholte. Vielleicht hat er bemerkt, dass ihm das Überfahren von roten Ampeln kaum Zeit erspart. Man lernt schließlich nie aus.
Apropos: Viel gelernt habe auch ich in meiner Zeit im Praktikum beim FT: Mir ging es hier wie der Redakteurin Jennifer Hauser, deren Freund einmal entsetzt feststellte: "Du gehst ja tatsächlich gerne zur Arbeit." Wie soll es auch anders sein in einer Redaktion, in der man sich, umgeben von immer gut aufgelegten Kollegen, rundum wohlfühlt. Da geht man fast wehmütig in den Urlaub. Na ja, aber nur fast.