Die Imker im Landkreis Haßberge müssen mit erhöhter Aufmerksamkeit ihrem Hobby nachgehen: Die Amerikanische Faulbrut ist in zwei Bienenständen in Rentweinsdorf und Ebern ausgebrochen, wie das Veterinäramt gestern mitteilte.
Das Landratsamt Haßberge hat in zwei Bienenständen in Rentweinsdorf und Ebern den Ausbruch der Bienenseuche "Amerikanische Faulbrut" amtlich festgestellt. Zur Eindämmung und Verhinderung der Verschleppung der für die Bienen sehr gefährlichen Erkrankung wurde laut Mitteilung der Behörde ein Sperrbezirk eingerichtet. Alle Bienenvölker im Sperrbezirk müssen untersucht werden. Für Menschen ist der Erreger ungefährlich, so dass Honig unbedenklich verzehrt werden kann.


Böses Bakterium

Ausgelöst wird die Faulbrut durch ein sporenbildendes Bakterium namens Paenibazillus larvae. Dieses befällt nur die Bienenbrut, die abstirbt. Erwachsene Bienen können nicht an Faulbrut erkranken, verbreiten aber die Sporen in ihrem Haarkleid oder als Ammenbienen über das Futter und führen so die Infektionskette fort. Auf Dauer sterben die betroffenen Bienenvölker ganz ab, da keine Brut nachwachsen kann. Bei seuchenhafter Verbreitung kann die Amerikanische Faulbrut großen Schaden in den Bienenpopulationen anrichten. Die Amerikanische oder auch bösartige Faulbrut ist eine anzeigepflichtige Erkrankung bei Bienenvölkern, welche staatlich bekämpft wird.


Drei Kilometer Sperrzone

Um eine Verschleppung der Tierseuche zu verhindern, hat das Landratsamt Haßberge um die betroffenen Bienenstände einen Sperrbezirk mit drei Kilometern Umfang eingerichtet. Dieser umfasst die Stadt Ebern mit den Ortsteilen Eyrichshof, Specke, Siegelfeld, Fierst, Kurzewind, Sandhof, Heubach und Eichelberg, die Ortschaft Gereuth der Gemeinde Untermerzbach und Rentweinsdorf mit den Ortsteilen Lind, Treinfeld, Gräfenholz, Sendelbach.
Die tierseuchenrechtliche Allgemeinverfügung wurde erlassen. In dem Gebiet dürfen die Bienenvölker nicht mehr versetzt werden. Lebende und tote Bienen, Waben, Wabenteile, Wabenabfälle, Wachs, Futtervorräte dürfen nicht aus den Bienenständen herausgebracht werden. Bienen und Bienenvölker dürfen nicht in das Sperrgebiet gebracht werden.
Alle Bienenvölker der Imker in den beiden Sperrbezirken müssen amtlich untersucht werden. Dazu sind die Imker im Sperrbezirk verpflichtet, ihre Bienenvölker (Zahl, Standort) bei der Fachabteilung Verbraucherschutz und Veterinärwesen des Landratsamtes in Haßfurt, unverzüglich zu melden (Telefon 09521/27138 oder E-Mail an verbraucherschutz@hassberge.de; Meldeformular auf der Homepage des Landratsamts) red